Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, diskutieren Mitglieder der Glazer-Familie intern über einen möglichen Verkauf ihrer Beteiligung am englischen Rekordmeister.
Die Familie hält derzeit rund 51 Prozent der Anteile an Manchester United. Die Beteiligung verteilt sich auf die sechs Kinder des 2014 verstorbenen Malcolm Glazer, der den Klub im Jahr 2005 für rund 790 Millionen Pfund übernommen hatte. Als wichtigste Entscheidungsträger gelten die Co-Vorsitzenden Avram und Joel Glazer.
Ein formeller Verkaufsprozess wurde laut den Berichten bislang jedoch nicht eingeleitet. Die Gespräche sollen sich aktuell auf interner Ebene befinden.
Im Fokus möglicher Übernahmeszenarien steht erneut der britische Unternehmer Jim Ratcliffe. Der Gründer des Chemiekonzerns INEOS hatte Anfang 2024 rund 1,4 Milliarden Pfund für eine 29-prozentige Beteiligung an Manchester United bezahlt und sich damit die Kontrolle über das sportliche Tagesgeschäft gesichert.
Seit seinem Einstieg wurden verschiedene Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt, um die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung des Klubs voranzutreiben. Beobachter spekulieren daher seit längerem darüber, ob Ratcliffe seinen Anteil weiter ausbauen könnte.
Eine vollständige Übernahme wäre allerdings komplex. Die Glazer-Familie kontrolliert weiterhin die Mehrheit der stimmberechtigten B-Aktien, die jeweils über zehn Stimmrechte verfügen. Die frei gehandelten A-Aktien besitzen dagegen nur ein Stimmrecht pro Anteil.
Manchester United zählt weiterhin zu den wertvollsten Fußballvereinen der Welt. Die aktuelle Marktbewertung liegt bei rund 2,7 Milliarden Pfund beziehungsweise 3,6 Milliarden US-Dollar. Sollte die Glazer-Familie ihre Kontrollmehrheit tatsächlich verkaufen, dürfte sie daher einen erheblichen Aufschlag auf den Marktwert verlangen. [...]