2024 gewann Lara Vadlau mit Lukas Mähr in der 470er-Mixed-Klasse Olympia-Gold, heute erreicht sie auf Social Media ein Millionenpublikum und etabliert sich als Gesundheitsinfluencerin. Im Interview mit sportsbusiness.at spricht die Medizinerin über ihren Weg und wie sportliche Höchstleistungen abseits von Fußball und Tennis zu finanzieren sind.
+ + sportsbusiness.at exklusiv – von Georg Sohler + +
Gerade einmal 30 Österreicher:innen dürfen sich Olympiasieger:in in Sommersportarten nennen – in dieser Zahl sind aufgrund des Sieges als Mixed-Team im 470er sowohl Lara Vadlau als auch ihr Olympiasieg-Partner Lukas Mähr enthalten. Österreichische Siege bei olympischen Sommerspielen gab es 21 Mal.
Es ist also eine durchaus außergewöhnliche Leistung, die die 32-jährige Vadlau vollbracht hat, vor allem über einen so langen Zeitraum: 2014 wurde sie Welt- und Europameisterin, wiederholte beide Erfolge in den Jahren 2015 (WM) und 2016 (EM), gemeinsam mit Jolanta Ogar.
Ein Olympiasieg im Segeln alleine macht aber noch niemanden reich. Das gilt traurigerweise umso mehr für Frauen im Sport, noch dazu in einer Nischensportart wie Segeln. Doch die Feldbacherin, die in Kärnten lebt, verfolgt mittlerweile einen genauen Plan, um mit ihrer Bekanntheit ein finanzielles Auslangen zu finden und die Welt mit ihrem medizinischen Wissen zu verbessern - genauso wie es die Olympische Bewegung tun will.
Im Interview mit sportsbusiness.at spricht die Ärztin über die Hintergründe, wie sie innerhalb von einem halben Jahr von 30.000 Followern auf über 200.000 kam und wie sie so den Olympiasieg weiter vergolden möchte - darüber hinaus gibt sie noch Einblicke, wie eine gute Zusammenarbeit zwischen Brands und Influencer:innen gelingen kann.
sportsbusiness.at: Wie hat sich Ihr Leben nach dem Olympiasieg gestaltet?
Lara Vadlau: Der große Hype um meine Person dauerte ein halbes Jahr. Ich wurde überall erkannt. Die Aufmerksamkeit gibt es nach wie vor. Ich schätze Privatsphäre aber sehr und es ist nicht schlecht, wenn man im Urlaub oder an der Tankstelle und im Supermarkt nicht jedes Mal erkannt wird. Da ist man schon froh, wenn es nachlässt. Es hat aber zwei Seiten. Finanziell ist es so, dass ich Medizin studiert habe, um eben nicht von Sponsorengeldern oder Förderungen abhängig zu sein. Wenn du nicht gerade Fußball oder Tennis oder – mittlerweile mit Abstrichen – Ski fährst, musst du auf dich selber schauen.
sportsbusiness.at: In den meisten Sportarten müssen die Sportler:innen viel Geld selber einbringen, der Anspruch von außen ist aber irgendwann so professionell wie Sportler:innen aus den erwähnten Bereichen zu sein. Wie haben Sie also Ihre Karriere angelegt?
Vadlau: [...]