Die Eigentümer des italienischen Sammelbildherstellers Panini prüfen einen möglichen Verkauf des Unternehmens. Eine Entscheidung darüber könnte laut Insidern bis Ende des Jahres fallen. Die Bewertung des Unternehmens wird auf rund fünf Milliarden Euro geschätzt.
Demnach haben bereits rund zwei Dutzend potenzielle Käufer Interesse bekundet. Zu den Interessenten zählen Finanzinvestoren sowie Unternehmen aus der Sport- und Medienbranche. Panini hatte im vergangenen Jahr die Investmentbank Citi beauftragt, strategische Optionen für das Unternehmen zu prüfen. Dazu zählen ein vollständiger oder teilweiser Verkauf sowie ein möglicher Börsengang.
Der neue Anlauf erfolgt nach dem Tod des Anteilseigners und Vorstandschefs Aldo Hugo Sallustro im vergangenen Jahr. Die Eigentümerfamilien Baroni und Sallustro hatten bereits früher über einen möglichen Verkauf des Unternehmens nachgedacht.
Ein möglicher Abschluss eines Verkaufs könnte zeitlich mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 zusammenfallen. Großturniere sorgen traditionell für einen deutlichen Nachfrageanstieg bei Sammelprodukten des Unternehmens und wirken sich entsprechend auf die Geschäftsentwicklung aus.
Die Bewertung des Familienunternehmens gilt allerdings als schwierig. Hintergrund sind unter anderem schwankende Geschäftszahlen. Zudem sorgt ein laufender Rechtsstreit in den USA für zusätzliche Unsicherheit. Panini befindet sich dort in einem Verfahren mit dem US-Unternehmen Fanatics, bei dem es um exklusive Lizenzrechte im Bereich Sammelkarten geht. Panini America hatte Fanatics 2023 wegen angeblich wettbewerbswidriger Praktiken verklagt. Fanatics selbst gilt laut Insidern nicht als möglicher Käufer.
Im Umfeld der Weltmeisterschaft 2026 bringt Panini zudem wieder ein offizielles Sammelalbum auf den Markt. Die Ausgabe zum Turnier in den USA, Mexiko und Kanada wird mit insgesamt 980 Stickern die bislang größte Sammlung in der Geschichte des Unternehmens umfassen. Der Verkaufsstart ist für Anfang Mai geplant.