ServusTV setzt zukünftig auf eine exklusive Ausstrahlung der eigenen Sportpremiumrechte. Die Streamingplattform Joyn muss daher ab sofort auf hochwertige Sportübertragungen verzichten, berichtet der Kurier.
Wenn am Sonntag der Formel1 Grand Prix von Japan auf ServusTV übertragen wird, müssen Nutzer der Streaming-Plattform Joyn auf ServusTVOn oder auf den TV-Kanal von ServusTV wechseln. Wie der Kurier berichtet, hat ServusTV die Kooperation mit Joyn, wonach der Streamer aus dem ProSiebenSat.1Puls4-Konzern die Inhalte übernehmen kann, im Bereich der Premium-Sportrechte beendet.
Das ist eine bittere Pille für den Online-Streamer, weil damit fallen auch zumindest die Spiele der Fußball-WM ins Wasser, die ServusTV überträgt. „Wir wollen unsere digitale Präsenz und Reichweite konsequent ausbauen“, heißt es von ServusTV. „Premium-Sportrechte wie die Formel 1, MotoGP, UEFA-Klubbewerbe, FIFA Fußball-WM 2026, UEFA EURO 2028, Tennis-Grand-Slam-Turniere und weitere Premium-Formate werden künftig live und ab Abruf exklusiv bei unserer Streamingplattform ServusTV On zu sehen sein.“
ORF evaluiert ebenfalls
Auch der ORF überlegt, die Kooperation zu beenden. Allerdings steuert Joyn mittlerweile rund 25 Prozent der digitalen ORF-Reichweite bei. Joyn hat aktuell 1,5 Mio. aktive Nutzer pro Monat.
„Die Einbindung von ORF-Content erfolgt nicht auf Basis einer lizenzvertraglichen Einigung“, sondern dieser wird durch Verlinkung eingebettet. P7S1P4 halte dies im Rahmen der Judikatur des Europäischen Gerichtshof für zulässig. Allerdings „gewinnt die Frage nach den Rechten und der fairen Abgeltung von Kreativleistungen immer stärker an Bedeutung. Der ORF hat daher eine Evaluierung dieser Zusammenarbeit eingeleitet, die noch nicht abgeschlossen ist“, heißt es im Kurier dazu.
Joyn ist nicht das erste Opfer der neuen Herangehensweise. Bereits vor einer Woche verhinderten ServusTV und der ORF eine Formel1-Übertragung von RTL im österreichischen Sendegebiet.