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ÖVV-Generalsekretär Seel: „Wir planen das 2027er-Event am Heumarkt“ [Exklusiv]

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Der Österreichische Volleyballverband sieht sich mit Kürzungen bei den Förderungen konfrontiert. Dennoch hält man an Strukturen fest, weil man Erlösmöglichkeiten wahrnimmt - und plant 2027 ein Comeback von Beachvolleyball in Wien, wie Generalsekretär Philipp Seel im sportsbusiness.at-Interview erklärt.

+ + sportsbusiness.at exklusiv - von Georg Sohler + +

Das Frauen-Nationalteam des Österreichischen Volleyball-Verbands (ÖVV) hat sich erstmals aus eigener Kraft für eine EM-Endrunde qualifiziert. Eine Chance, die der Verband nutzen will, um den Sport noch attraktiver in Szene zu setzen.

Mit ein Grund für diese - und weitere sportliche - Entwicklungen, sind Investitionen in die Struktur. Attraktive Events, wie die Rückkehr des großen Beachvolleyball-Turniers nach Wien, oder Relaunches von Website und App sind weitere Maßnahmen, von denen Generalsekretär Philipp Seel im sportsbusiness.at-Interview berichtet.

Die Rahmenbedingungen sind schwierig: Weniger Förderungen, eine unter der Rezession ächzende Wirtschaft. Er legt dar, wie man den Status Quo mit Blick Richtung reformierter internationaler Bewerbe und Olympische Spiele in Los Angeles 2028 erhalten und ausbauen will.

sportsbusiness.at: Herr Seel, welches Attest stellen Sie als Generalsekretär dem Volleyballsport in Österreich im Jahr 2026 aus?

Philipp Seel: Ein großes Highlight ist dieses Jahr, dass das Frauennationalteam erstmals in seiner Geschichte sportlich für eine Europameisterschaft qualifiziert ist. Schon das war ein Meilenstein. Darüber hinaus finden unsere Gruppenspiele dieser in Istanbul, Göteborg, Baku sowie Brünn ausgetragenen Europameisterschaft in Tschechien statt. Das hochattraktive Brno Exhibition Centre ist für Fans und Sponsoren in zwei Stunden von Wien aus zu erreichen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen den ersten Sieg bei einer EM schaffen. Ob es dann für den Aufstieg reicht, werden wir nach den Spielen gegen Tschechien, Serbien, die Ukraine, Bulgarien und Griechenland wissen.

Durch den Trend bei der Bewerbsstruktur, auf Qualität statt Quantität zu setzen, können wir viel punktuellere Schwerpunkte mit vermarktbaren Rahmenevents im B2B-Bereich setzen.

Philipp Seel, Generalsekretär ÖVV

sportsbusiness.at: Welchen Stellenwert hat gerade das Frauen-Volleyball in den letzten Jahren bekommen?

Seel: Frauen-Volleyball ist global im Trend und stark im Wachstum – das wollen wir nutzen. Für uns geht es neben dem sportlichen Erfolg vor allem um unseren Auftrag, Kinder und Jugendliche zum Sport zu bringen. Unsere Volleyball-Testimonials sollen Mädchen und Frauen eine Perspektive für eine Karriere als Profispielerin aufzeigen. Es gibt heute schon einige Spielerinnen, die vor allem im Ausland als Legionärinnen professionell Volleyball spielen. Es ist auch diesbezüglich eine große Chance, dass es mit der EM eine große Bühne gibt, auf der sich diese Aushängeschilder präsentieren können. Die Sichtbarkeit im eigenen Land ist dabei auch sehr wichtig – daher ist unter anderem ein Verabschiedungs-Heimspiel in Wien in Planung.

sportsbusiness.at: Und 2026 läuft auch schon die Qualifikation für die EM 2028 – was wurde da geändert?

Seel: Es gab bisher die „normale“ EM-Qualifikation sowie die European League; letztere konnte man mit der Nations League im Fußball vergleichen. Bei der früheren European League war das Ziel aber nicht so greifbar, es ging primär um Ranglistenpunkte. Jetzt sind beide Bewerbe als European League zusammengeführt worden, und dies ist somit die EM-Qualifikation. Für Österreich ist das System wesentlich attraktiver, weil die Top-12-Teams der letzten EM früher eigentlich immer fix gesetzt waren. Das gibt es nicht mehr, es können sich alle qualifizieren. Es sind für uns als Verband weniger, aber dafür qualitativ fokussiertere Events. So richten wir vom 5. bis 7. Juni ein Qualifikations-Doppel mit den Männer- und Frauen-Nationalteams aus.

sportsbusiness.at: Das ist vermutlich aufgrund der Spielpläne eine große Aufgabe gewesen.

Seel: Wir konnten es erfolgreich organisieren und nutzen gezielt jede Möglichkeit für einen gemeinsamen Auftritt. Am Freitag spielen die Frauen zuerst gegen die Slowakei, die Männer gegen Finnland – beides sind sportlich und kommerziell relevante Gegner. Am Sonntag sind dafür wir eher in der Favoritenrolle.

Auch wenn Hallenvolleyball Entertainement bietet, soll die Identität erhalten bleiben. © ÖVV_Carina Müller

sportsbusiness.at: Über Beachvolleyball sprechen wir später gesondert. Inwiefern kann der Verband von den Erfolgen im Hallenvolleyball profitieren – zuletzt wurde die 30.000-Mitglieder-Marke geknackt – vor allem hinsichtlich Sponsoren und Partner?

Seel: Man muss alle diese Entwicklungen bestmöglich nutzen, um weiter zu wachsen. Durch den Trend bei der Bewerbsstruktur, auf Qualität statt Quantität zu setzen, können wir viel punktuellere Schwerpunkte mit vermarktbaren Rahmenevents im B2B-Bereich setzen. Meilensteine wie die Qualifikation zur EM vor der Haustüre sollen genutzt werden. Die Volleyball-EM auch nach Österreich zu holen, ist uns leider knapp nicht gelungen, aber natürlich sollen solche international sichtbaren High-Level-Events zukünftig forciert werden. Um die nächste Stufe zu erreichen – bei Spieler:innen, Fans und Business-Partnern – ist eine große heimische Bühne notwendig. [...]

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