Die geplante europäische Liga der National Basketball Association (NBA) stößt laut Berichten auf großes Interesse bei Investoren. Für einzelne Teams sollen bereits Gebote von über einer Milliarde US-Dollar abgegeben worden sein.
Die Frist für erste, unverbindliche Angebote endete am 31. März. Die NBA bestätigte, dass derzeit mögliche Standorte sowie eingereichte Angebote von Investoren geprüft werden. Die neue Liga soll gemeinsam mit dem Weltverband FIBA organisiert werden und im Oktober 2027 mit zunächst zwölf Teams starten.
NBA-Vizekommissar und Chief Operating Officer Mark Tatum erklärte: „Wir haben großes Interesse von potenziellen Teams und Investoren für feste Franchise-Plätze in einer neuen, von NBA und FIBA unterstützten Liga in Europa erhalten. Das Ausmaß der Beteiligung und die Höhe der Angebote zeigen das Vertrauen des Marktes in unser Modell und das große, bislang ungenutzte Potenzial des europäischen Basketballs.“
Laut Berichten sollen mehrere Investoren mindestens eine Milliarde US-Dollar für eine Franchise geboten haben. Weitere Angebote sollen im Bereich von rund 500 Millionen US-Dollar oder darüber liegen. Insgesamt sollen sich mehr als 120 potenzielle Investoren für eine Beteiligung interessieren.
Zu den möglichen Interessenten zählen laut Medienberichten auch große Investmentgruppen. So soll der saudi-arabische Staatsfonds Public Investment Fund ein Team in London planen, Qatar Sports Investments eine Franchise in Paris und RedBird Capital Partners eine Mannschaft in Mailand.
Auch bestehende europäische Basketballklubs könnten Teil der neuen Liga werden. In diesem Zusammenhang wurden unter anderem Alba Berlin und der französische Klub ASVEL genannt. Zudem sollen mehrere Teams aus der EuroLeague Interesse an einer Teilnahme prüfen.
Die Entwicklung könnte Auswirkungen auf die Zukunft der EuroLeague haben, der bislang wichtigsten europäischen Klubwettbewerbsserie. Deren damaliger Geschäftsführer Paulius Motiejunas hatte die Pläne der NBA im Januar noch zurückhaltend kommentiert: „Wir haben bislang nur von den Plänen gehört und davon, wie groß das Potenzial sein soll. Eine Theorie zu haben ist das eine – sie umzusetzen das andere. Wir sind seit 26 Jahren hier und wissen, wie Europa funktioniert.“
Sein Nachfolger Jesús „Chus“ Bueno, der zuvor zwölf Jahre für die NBA tätig war, gilt als offener für eine mögliche Zusammenarbeit. Laut Berichten plant die NBA noch im Laufe des Monats Gespräche mit ihm.
NBA-Commissioner Adam Silver hatte zuletzt betont, dass eine Kooperation mit der EuroLeague aus seiner Sicht der beste Weg für die Entwicklung des europäischen Basketballs wäre. Gleichzeitig soll die NBA jedoch die Kontrolle über den Zugang zur neuen Liga behalten. Auch bestehende EuroLeague-Klubs müssten demnach eine Lizenzgebühr zahlen, um Teil des Wettbewerbs zu werden.