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Gernot Zirngast: „Über allem thront der Kollektivvertrag mit der Bundesliga“ [Exklusiv]

(c) VdF

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Die Vereinigung der Fußballer (VdF) ist die Interessensvertretung aller in Österreich tätigen Amateur und Profifußballer und nun auch neuer Partner von sportsbusiness.at. Im Willkommens-Interview spricht VdF-Vorsitzender Gernot Zirngast über die wichtigsten Aufgabengebiete, aktuelle Projekte und warum der WM-Rhythmus von zwei Jahren für die Kicker kein Thema ist.

Das Gespräch führte Michael Fiala

sportsbusiness.at: Die VdF ist seit vielen Jahren ein fixer Bestandteil des österreichischen Fußballs. Wie würden Sie die Kernaufgaben der VdF in wenigen Worten beschreiben?

Gernot Zirngast: Die VdF als Vertretung der Österreichischen und in Österreich tätigen Fußballer hat den Anspruch, sich um sämtliche Bereiche der Spieler rund um ihren Beruf, sei es sozial, rechtlich oder wirtschaftlich, anzunehmen und ihre Mitglieder von Anbeginn ihrer Karriere an bis zum Ende und dem Übergang ins zweite Berufsleben zu begleiten.

sportsbusiness.at: Welche Projekte bzw. Themen konnten zuletzt aus Sicht der VdF erfolgreich abgeschlossen bzw. durchgesetzt werden?

Über allem thront natürlich der Kollektivvertrag mit der Bundesliga, der die Spieler die rechtliche Basis für die Ausübung ihres Berufes bildet. Bruno-Gala und Starcamps sind weiterentwickelt worden und durch das VdF-Proficamp sorgen wir dafür, dass die Spieler auch in Zeiten ohne Vertrag eine Möglichkeit bekommen, körperlich in Schuss zu bleiben. Als Kollektiv haben wir zuletzt erfolgreich dazu beigetragen, dass es in beiden Bundesligen einen einheitlichen Spielball gibt.

In früheren Jahren wurde viel diskutiert und einige Streitigkeiten öffentlich ausgetragen. Das Verhältnis hat sich aber über die Jahre stark verbessert und spätestens mit der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass wir alle im Sinne des Fußballs an einem Strang ziehen und im gleichen Boot sitzen. Dementsprechend gibt es nun ein sehr gedeihliches Miteinander.

Gernot Zirngast über das Verhältnis zu Bundesliga und ÖFB

sportsbusiness.at: Wie kann man sich die Zusammenarbeit mit dem ÖFB und der Bundesliga vorstellen. Man kann davon ausgehen, dass man nicht immer gleicher Meinung ist, oder?

Aufgrund der Wahrnehmung unterschiedlicher Interessen liegt das in der Natur der Sache. In früheren Jahren wurde viel diskutiert und einige Streitigkeiten öffentlich ausgetragen. Das Verhältnis hat sich aber über die Jahre stark verbessert und spätestens mit der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass wir alle im Sinne des Fußballs an einem Strang ziehen und im gleichen Boot sitzen. Dementsprechend gibt es nun ein sehr gedeihliches Miteinander.

sportsbusiness.at: Mit Blick auf 2022: Die WM findet in Qatar statt. Wie steht die VdF zu diesem Turnier?

Wir sehen das aus mehreren Gründen zwiespältig. Einerseits weil es terminlich einen großen Einschnitt in den Jahresplan aller Ligen gibt und daher viele Spieler zu einer mehrwöchigen Zwangspause verpflichtet werden und andererseits weil es moralisch mehr als verwerflich ist, eine WM aus finanziellen Gründen in einem Land abzuhalten, welches die Menschenrechte mit Füßen tritt.

sportsbusiness.at: Apropos WM: Die FIFA plant, das Turnier alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Wie steht die VdF dazu?

Wir sind da klar dagegen, weil es vermehrt zu Terminproblemen und einer Zweiklassen-Gesellschaft führen würde. In dieser Frage sind weltweit 75% der Spieler dieser Meinung – in Österreich waren es in der VdF-Umfrage sogar 100 Prozent (>> siehe hier).

Ein Thema ist für uns daraus noch wichtiger geworden, als es zuvor schon war – wir brauchen unbedingt ein Sportgesetz, welches nicht nur für den Fußball eine wesentliche Verbesserung bzw. eine klare rechtliche Grundlage mit sich bringen würde, sondern auch allen anderen Sportarten mehr Sicherheit geben würde.

Gernot Zirngast

sportsbusiness.at: Welche Themen sind 2022 gerade sonst noch aktuell?

Die Bewältigung der Covid-Krise, die bisher im Fußball weniger Schaden als zu erwarten angerichtet hat, steht noch immer im Vordergrund. Aber ein Thema ist für uns daraus noch wichtiger geworden, als es zuvor schon war – wir brauchen unbedingt ein Sportgesetz, welches nicht nur für den Fußball eine wesentliche Verbesserung bzw. eine klare rechtliche Grundlage mit sich bringen würde, sondern auch allen anderen Sportarten mehr Sicherheit geben würde.

sportsbusiness.at: Die VdF ist nun auch Partner von sportsbusiness.at. Was erwartet man sich von dieser Zusammenarbeit? Da auch wir mit Bruno-Gala, Starcamps und unseren beiden Magazinen (Spieler und Players Guide) im Sportmarketing verankert sind, hoffen wir durch diese Partnerschaft für mehr Verständnis und Aufmerksamkeit für unsere Projekte und eine Erweiterung unseres Partnerkreises.

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