Die Frauen-Bundesliga plant in den kommenden Jahren umfangreiche Investitionen in die Weiterentwicklung der Liga.
Das erklärte Katharina Kiel, Präsidentin des neu gegründeten Ligaverbandes FBL, in einem Interview mit dem kicker. Demnach sollen in den nächsten acht Jahren zwischen 700 und 800 Millionen Euro investiert werden. „Was der DFB investieren wollte, steht in einer sehr großen Differenz dazu“, sagte Kiel im Gespräch.
Hintergrund sind die gescheiterten Gespräche über ein gemeinsames Joint Venture mit dem Deutschen Fußball-Bund. Der Ligaverband hatte die entsprechende Gründung im Februar abgelehnt.
Laut Kiel habe der DFB für die Frauen-Bundesliga „ehrlicherweise nur rund 60 Millionen Euro“ vorgesehen. Darin seien allerdings auch Mittel für die 2. Liga, das Schiedsrichterwesen und weitere Bereiche enthalten gewesen. „Pro Jahr wäre bei einem Verein eine Summe im niedrigen sechsstelligen Bereich angekommen“, sagte Kiel. „Das wäre kein bedeutender Hebel gewesen.“
Die organisatorische Verantwortung für den Spielbetrieb könnte die FBL voraussichtlich ab der Saison 2027/28 übernehmen. Dabei richtet sich der Blick laut Kiel auch auf internationale Entwicklungen, insbesondere nach England. „Wie im Männerfußball sind die Millionen und Milliarden der dortigen Investoren zwar nicht nachhaltig, verzerren aber den Wettbewerb. Ich bin überzeugt davon, dass wir darauf eine Antwort finden werden“, meinte sie abschließend.