sportsbusiness.at

Kaisertrikot: Wie aus einem Spaßprojekt ein Business-Case wurde [Exklusiv]

(c) Alexander C. Hager @a.c.hager (9)

Lawrence Gimeno, bekannt als Gründer der College-Sportliga ACSL, hat in den vergangenen Wochen mit seinem Kaisertrikot für Aufsehen gesorgt. Sein eigens designtes Fußball-Jersey verbreitete sich in den Sozialen Medien wie ein Lauffeuer. Er spricht im Interview mit sportsbusiness.at darüber, wie ihm die Idee kam, wie Puma und der ÖFB reagierten sowie über die Verkaufszahlen.

+ + sportsbusiness.at exklusiv - von Maximilian Patak + +

Insgesamt 3.000 Trikots sind in zwei Verkaufsphasen über den digitalen Ladentisch gegangen. Beide Male war das Kaisertrikot in weniger als einer Stunde ausverkauft. Im exklusiven Interview mit sportsbusiness.at verrät Lawrence Gimeno, wie aus einer Leidenschaft ein potenzieller Business-Case wurde, wie die Kommunikation mit Puma und dem ÖFB ablief und wie sein weiterer Karriereweg aussehen könnte.

sportsbusiness.at: Herr Gimeno, wie sind Sie auf die Idee für das Kaisertrikot gekommen?

Lawrence Gimeno: Mein Vater kommt aus Spanien, meine Mutter ist Österreicherin und ich bin in Brasilien geboren. Dadurch war ich bei Fußball-Großereignissen immer gut aufgestellt. Ich habe viele Brasilien-Trikots daheim, ein paar Spanien-Trikots, aber lustigerweise besitze ich kein Österreich-Trikot. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat mich nie überzeugt. Ich habe alle meine Hobbys zum Beruf gemacht.

Im Sommer frage ich mich dann manchmal, was ich mit meinem Leben noch anstellen möchte und habe beschlossen, dass ich ein Spaß-Projekt ohne wirtschaftlichen Druck brauche, das nicht so eskalieren sollte (lacht). Dann ist mir beim Basketballspielen die Idee gekommen: Was wäre eigentlich, wenn ich das österreichische WM-Trikot designen würde?

sportsbusiness.at: Warum haben Sie sich dafür entschieden, das Thema „k.u.k. Monarchie“ aufzugreifen und in das Design einfließen zu lassen?

Gimeno: Ich habe zuerst einmal alle meine Kontakte, die ich durch die ACSL hatte, durchtelefoniert und die Idee ist schnell auf positive Resonanz gestoßen. Ich bin dann vor dem Laptop gesessen und habe mir gedacht: Welche Themen greife ich auf? Das gesamte Thema Monarchie, Kaiserreich, die Architektur, und so weiter ist etwas, das Millionen Touristen begeistert und unsere Geschichte stark geprägt hat. Das weiß ich auch durch meine frühere Tätigkeit als Tourguide.

Nur weil man sich ein Thema aussucht und das auf ein Trikot drauf klatscht, heißt es nicht, dass das funktioniert. Es ist ein schmaler Grat, das erfolgreich umzusetzen. Aber alles, was auf dem Kaisertrikot zu sehen ist, hat seine Story.

Lawrence Gimeno, Erfinder des Kaisertrikots

Es heißt nicht, dass ich diese Zeit verherrliche. Aber mit der Kaiserzeit lässt sich die österreichische Identität, gerade in einem Land wie den USA, einordnen und wir können uns von anderen Nationen abheben. Mir war von Anfang an klar, dass das Kaisertrikot stark aus der Reihe tanzt und wohl zu gewagt ist.

sportsbusiness.at: Der ÖFB und Puma verfolgen mit dem Auswärtstrikot (Stichwort: Kaffeehauskultur) in Sachen Storytelling einen ähnlichen Ansatz. Wie beurteilen Sie diesen Ansatz? Hat Sie das überzeugt?

Gimeno: Ich finde es cool, dass sie etwas probiert haben. Aber nur weil man sich ein Thema aussucht und das auf ein Trikot drauf klatscht, heißt es nicht, dass das funktioniert. Es ist ein schmaler Grat, das erfolgreich umzusetzen. Aber alles, was auf dem Kaisertrikot zu sehen ist, hat seine Story. Jedes Element. Ich entwerfe nicht einfach ein geometrisches Muster, gebe es auf das Trikot und sage, das schaut irgendwie aus wie Kaffeehauskultur.

sportsbusiness.at: Wie lief der Design-Prozess beim Kaisertrikot ab?

Gimeno: Ich mache seit zehn Jahren Designs für die ACSL. Ich arbeite da eigentlich komplett alleine. Dass ein Crowd-Design funktioniert, muss mir noch jemand zeigen. Ich bin selbst mein stärkster Kritiker. Es wird immer Leute geben, die sagen: Das ist das hässlichste Trikot, das ich je gesehen habe, und das ist vollkommen in Ordnung und stört mich null.

Die Kommentare waren aber großteils positiv. Mein Maßstab ist jener, dass ich etwas designe und nach zwei, drei Wochen noch einmal draufschaue, ob ich es nicht doch schlecht finde. So ein Prozess dauert Monate. Beim Kaisertrikot habe ich für die erste Visualisierung circa 80-90 Arbeitsstunden gebraucht. Insgesamt habe ich circa 400 Stunden Arbeit in das Kaisertrikot hineingesteckt.

sportsbusiness.at: Sie haben in früheren Interviews gesagt, dass sie dem ÖFB und Puma das Trikot angeboten haben. Wie war die Reaktion?

Gimeno: Bevor ich das Kaisertrikot überhaupt designt habe, habe ich [...]

Jetzt kostenlos weiterlesen

Sie lesen einen exklusiven SB+ Artikel. Um den gesamten Artikel lesen zu könnnen, loggen Sie sich ein oder melden sich hier an. Mit dem kostenlosen sportsbusiness.at Account erhalten Sie den täglichen Newsletter und Zugang zu allen exklusiven SB+ Artikeln.

Österreichs größtes Sport-B2B-Netzwerk

Neueste Beiträge

(c) Alexander C. Hager
@a.c.hager (9)

Kaisertrikot: Wie aus einem Spaßprojekt ein Business-Case wurde [Exklusiv]

(c) Schönherr

Lootboxen: Game Over für den Graubereich? [Partner-News]

(c) Philip Platzer for Wings for Life World Run

Wings for Life World Run [Partner-News]

(c) Lina Berger

Kia Beach and Surf Fest knackt die 20.000er Marke [Partner-News]

(c) WSFV

WFSV-Firmenstaffellauf 2026 – „Gemeinsam schnell ans Ziel“ [Partner-News]

Podcast​

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen