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Finanzielle Fortschritte im Frauenfußball bleiben vergleichsweise gering

(c) IMAGO / Steinsiek.ch

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Die UEFA-Frauen-Europameisterschaft 2025 in der Schweiz bringt eine deutliche Erhöhung des Preisgeldes mit sich. Dennoch bleibt die finanzielle Lücke zu den Männerbewerben groß – sowohl bei den Prämien als auch bei den Einnahmen.

Für die 14. Frauen-EM stellt die UEFA insgesamt 41 Millionen Euro an Preisgeld bereit. Im Vergleich zur vorangegangenen Endrunde in England 2022 bedeutet das eine Steigerung um 156 Prozent. Damals wurden 16 Millionen Euro ausgeschüttet. Jeder Verband erhält nun ein fixes Antrittsgeld von 1,8 Millionen Euro. Abhängig vom sportlichen Abschneiden kommen zusätzliche Beträge hinzu – bis zu 5,1 Millionen Euro für den Titelgewinn bei gleichzeitigem Gruppensieg.

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Erstmals ist festgelegt, dass zwischen 30 und 40 Prozent des erhaltenen Preisgelds an die Spielerinnen weitergegeben werden müssen. Zudem erhalten die Vereine, die Spielerinnen für das Turnier abstellen, insgesamt neun Millionen Euro an Entschädigungen. Einige Verbände, etwa Dänemark, haben sich darüber hinaus verpflichtet, ihren Nationalspielerinnen dieselben Prämien auszuzahlen wie ihren männlichen Kollegen.

Trotz dieser Fortschritte bleibt der Unterschied zum Männerfußball deutlich: Bei der EM 2024 in Deutschland betrug das gesamte Preisgeld 331 Millionen Euro. Allein das Startgeld je Team lag bei 9,25 Millionen Euro – mehr als das Fünffache im Vergleich zur Frauen-EM.

Noch größer fällt die Differenz auf der Einnahmenseite aus. Während die UEFA bei einer Männer-EM rund eine Milliarde Euro einnimmt, rechnet sie bei der Frauen-EM in der Schweiz mit einem Verlust zwischen 20 und 25 Millionen Euro. Ein zentraler Grund dafür sind die vergleichsweise geringen Erlöse aus Medienrechten. Studien zeigen, dass Frauenligen durchschnittlich nur 0,5 Prozent der Einnahmen ihrer männlichen Pendants erzielen. So bringt der Rechtevertrag der englischen WSL jährlich rund 13 Millionen Pfund ein – während die Premier League etwa 1,6 Milliarden Pfund erzielt.

Die UEFA verfolgt dennoch weiterhin das Ziel, den Frauenfußball strategisch zu fördern. Großturniere wie die EM gelten dabei als wichtige Indikatoren für das Faninteresse und das Marktpotenzial. Hohe Einschaltquoten und gut besuchte Stadien könnten langfristig helfen, die wirtschaftliche Basis des Frauenfußballs zu verbessern. In der Schweiz sind bereits über 570.000 Tickets vergeben – das Ziel, vor vollen Rängen zu spielen, scheint greifbar.

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