Verpflichtende „Trinkpausen“, überklebte Firmenlogos in den Stadien und Spieler, die das Emblem ihrer Kopfhörer verdecken müssen. Während es bei der Fußball-Weltmeisterschaft mit dem Beginn der K.-o.-Phase sportlich so richtig ans Eingemachte geht, sorgt abseits des grünen Rasens seit Monaten die Inszenierung des Mega-Spektakels für Schlagzeilen. sportsbusiness.at war bei den drei rot-weiß-roten Gruppenspielen vor Ort und konnte sich selbst ein Bild des „American Way“ in Sachen Vermarktung in San Francisco, Dallas, Los Angeles und Kansas City machen.
+ + sportsbusiness.at exklusiv - aus den USA von Maximilian
Die Befürchtungen waren groß, dass diese Weltmeisterschaft den Fußball noch mehr in Richtung Geldmacherei treibt. Und vorneweg: Den gravierendsten Unterschied zum Stadionerlebnis in Europa stellen definitiv die Minuten 22 bis 25 bzw. 67 bis 70 dar. Die „Hydration Break“ wurde speziell in Dallas von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet.– das Powerade-Branding war vor Ort durch die riesigen Videowürfel nicht zu übersehen – Vereinzelte Rufe wie „Ihr macht unseren Sport kaputt“ waren aus dem Österreich-Sektor zu vernehmen.
Da half es wenig, dass die Soundsysteme im Stadion die Pfiffe mit Hits wie „Mr.Brightside“ oder „Hey Baby“ übertönten und auf diese Weise für den Fernsehzuschauer kaschierten.
Eine willkommene Verschnaufpause
Während die US-amerikanischen Fans sichtlich Gefallen an den Verschnaufpausen fanden, war speziell in den österreichischen und argentinischen, aber auch in den algerischen und jordanischen Sektoren weder zu überhören noch zu übersehen, dass diese Neuerung bei alteingesessenen Fußballfans noch auf viel Widerstand stoßen wird.
Branchenanalysten errechneten bereits vor der WM, dass die zusätzlichen Werbungen rund 220 Millionen Euro einbringen. Auch wenn FIFA-Präsident Gianni Infantino stets betont, dass der Weltverband davon nicht direkt profitiere, darf man angesichts dieser Summen, in Zukunft wohl eher mit mehr als weniger „Trinkpausen“ rechnen. Abgesehen von dem heiß diskutierten Thema Hydration Break muss man aber feststellen, dass sich übertriebene Inszenierung in und rund um das Stadion in Grenzen hielt.
Auch die US-Fans müssen sich umstellen
Das Stadionerlebnis war nicht nur für die nicht-US-Fans ungewöhnlich. [...]