Ein Schiedsverfahren hat die belgische Pro League vorerst vor größeren finanziellen Einbußen durch den Rechtsstreit mit Dazn bewahrt. Der Streamingdienst muss für die kommende Saison 85 Prozent der vertraglich vereinbarten Rechtezahlungen leisten.
Der Streit begann im November, als Dazn versuchte, seinen Vertrag mit der belgischen Fußball-Liga vorzeitig zu beenden. Hintergrund war das Scheitern von Verhandlungen mit belgischen Telekomunternehmen, die Dazn als Distributionspartner für Pro-League-Spiele gewinnen wollte. Ohne diese Partnerschaften sah die Plattform den Vertrag als wirtschaftlich nicht mehr tragbar an. Dazn hatte zunächst vorgeschlagen, nur 60 Prozent der vereinbarten Summe zu zahlen. Der Schiedsrichter lehnte dies ab und setzte die Zahlung auf 85 Prozent fest. Eine endgültige Entscheidung wird im kommenden Jahr erwartet.
Der laufende Vertrag zwischen der Pro League und Dazn läuft bis 2030 und ist rund 84 Millionen Euro pro Jahr wert. Für die belgischen Klubs, die stark von Einnahmen aus Übertragungsrechten abhängen, ist das Ergebnis des Verfahrens damit eine bedeutende Frage.
„Für Dazn als neueren Streaming-Anbieter auf dem belgischen Markt kann der Erwerb exklusiver Rechte kostspielig und riskanter sein, wenn keine garantierte Abonnentenbasis vorhanden ist, um die Kosten zu tragen“, sagte Daniel Harraghy, Senior Research Manager bei Ampere Analysis.
Mittlerweile zeichnet sich eine stabilere Lösung ab: Die Telekomunternehmen Proximus und Telenet haben im Mai neue Vereinbarungen mit Dazn für die Saison 2026/27 bestätigt. Alle Spiele der Jupiler Pro League kehren damit in das Play-Sports-Paket von Telenet zurück und sind über lineare Kanäle sowie die Dazn-App verfügbar.
Als warnendes Beispiel dient Frankreich: Dort hatte sich beIN Sports im Vorjahr aus seinem Ligue-1-Vertrag zurückgezogen und die Liga ohne Übertragungspartner zurückgelassen. Die Ligue 1 musste daraufhin eine eigene Streaming-Plattform aufbauen. Den Klubs fehlen seither erhebliche Einnahmen, die sie unter früheren Rechteverträgen gewohnt waren.