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Englands Rugby plant Franchise-Liga ohne Auf- und Abstieg

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Der englische Rugbyverband RFU plant ab der Saison 2026/27 eine grundlegende Reform der Profiligen. Mit einem Franchise-Modell ohne Auf- und Abstieg soll die finanzielle Stabilität im Klubrugby gestärkt werden.

Die englische Premiership Rugby wird ab der Saison 2026/27 als geschlossene Franchise-Liga organisiert. Das bestätigte der Rugby Football Union (RFU) im Zuge einer umfassenden Reform des Ligasystems. Auch die zweite Spielklasse Champ Rugby wird in das neue Modell integriert.

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Künftig sollen beide Ligen jeweils aus zwölf Teams bestehen. Der klassische Auf- und Abstieg zwischen den Wettbewerben wird abgeschafft und durch ein „kriterienbasiertes Expansions- und Abstiegsmodell“ ersetzt. Ab der Saison 2029/30 sollen zudem neue Teams in das System aufgenommen werden können, sofern sie die Anforderungen des Verbandes erfüllen.

Die Entscheidung für eine geschlossene Liga fiel nach monatelangen Gesprächen zwischen RFU, Prem Rugby, Champ Rugby, Premiership Women’s Rugby sowie der Rugby Players Association. Hintergrund sind anhaltende wirtschaftliche Schwierigkeiten im englischen Klubrugby. In den vergangenen Jahren gerieten mehrere Vereine in finanzielle Turbulenzen, darunter London Wasps, London Irish und Worcester Warriors, die teilweise Insolvenz anmelden mussten.

RFU und Liga erhoffen sich von dem neuen Modell mehr Planungssicherheit, zusätzliche Investitionen und eine stärkere internationale Wettbewerbsfähigkeit. Simon Massie-Taylor, CEO von Prem Rugby, sagt: „Wir sind jetzt klar auf dem Weg in eine erfolgreichere und hellere Zukunft für Prem Rugby. Unsere Vision ist es, die beste Liga der Welt zu werden – für Fans, Spieler und Investoren der aktuellen und zukünftigen Gallagher-Prem-Klubs.“

Er ergänzt: „Die heute vereinbarten Änderungen zeigen den Zusammenhalt innerhalb des Sports und werden es aktuellen und zukünftigen Klubinvestoren ermöglichen, mit Vertrauen in unseren neuen Wachstumsplan und das gesamte englische Klubrugby-Ökosystem zu investieren.“

Für mögliche Erweiterungen der Liga soll ein neues Gremium eingerichtet werden, das unter anderem Investoreninteresse, infrastrukturelle Voraussetzungen und sportliche Leistungsfähigkeit bewertet. Interessierte Klubs müssen zunächst eine formale Interessensbekundung einreichen und anschließend ein Ausschreibungsverfahren durchlaufen. Bewertet werden dabei Kriterien wie sportliche Qualität, operative Standards, finanzielle Stabilität und Investitionsfähigkeit.

Potenzielle neue Franchises sollen zunächst mindestens eine Saison in der Champ Rugby absolvieren. Gleichzeitig können bestehende Klubs bei wiederholtem Nichterfüllen der Kriterien aus der Liga entfernt oder in eine niedrigere Spielklasse versetzt werden.

Medienberichten zufolge zeigt bereits der Investor Knighthead Capital, Mehrheitsbesitzer des Fußballklubs Birmingham City, Interesse an einem Einstieg in das neue System. Demnach wird geprüft, einen neuen Rugbyverein in Birmingham zu gründen oder den Drittligisten Birmingham Moseley zu übernehmen.

Das Franchise-Modell orientiert sich an den großen US-Profiligen wie NFL, NBA oder MLB, die ohne Auf- und Abstieg organisiert sind. Befürworter sehen darin Vorteile bei der wirtschaftlichen Planung, bei der Verteilung von Medienerlösen sowie bei der langfristigen Entwicklung der Klubs.

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