Eine aktuelle Studie von Marketagent und der FH Wiener Neustadt zeigt: Das Interesse an der Fußball-WM 2026 ist in Österreich deutlich höher als noch vor der WM in Katar. Gleichzeitig bleibt die Skepsis gegenüber der FIFA und der Kommerzialisierung des Sports groß.
63 Prozent der Befragten geben an, an der Fußball-WM 2026 in Kanada, den USA und Mexiko interessiert zu sein. Damit liegt das Interesse deutlich über jenem der WM 2022 in Katar, bei der im Vorfeld nur 37 Prozent Interesse zeigten. 67 Prozent wollen das Turnier zumindest teilweise mitverfolgen. Besonders groß ist das Interesse bei Männern, aber auch generationenübergreifend bleibt die WM ein relevantes Sportereignis.

Für die meisten Fans stehen dabei die Spiele der österreichischen Nationalmannschaft klar im Mittelpunkt. 74 Prozent jener Personen, die die WM verfolgen wollen, interessieren sich besonders für die Spiele Österreichs. Dahinter folgen Halbfinale und Finale sowie Partien „sympathischer Nationen“. Die meisten Fans wollen die Spiele klassisch zuhause im Wohnzimmer verfolgen.

Die Studie zeigt allerdings auch eine kritische Sichtweise auf das Umfeld des Weltfußballs. Politische Einflussnahme, Korruption, mangelnde Transparenz sowie die starke Kommerzialisierung zählen zu den größten Kritikpunkten an Fußball-Großereignissen. 74 Prozent der Befragten geben zudem an, wenig oder gar kein Vertrauen in die FIFA zu haben. 87 Prozent sehen den Weltfußballverband zu stark von wirtschaftlichen Interessen geprägt.

Auch die Gastgeberländer werden unterschiedlich wahrgenommen. Kanada wird von 61 Prozent als attraktives Austragungsland gesehen, Mexiko von 42 Prozent und die USA nur von 28 Prozent. Gleichzeitig geben 53 Prozent an, dass die politische Situation in den USA ihr Interesse an der WM beeinflusst.

Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent fasst seine Erkenntnise aus dieser Studie so zusammen: "Die Faszination Fußball ist ungebrochen, aber sie ist nicht mehr naiv. Viele Menschen freuen sich auf die Spiele, fiebern mit der österreichischen Nationalmannschaft mit und machen die WM zu einem Gemeinschaftserlebnis. Gleichzeitig wird das Umfeld des Weltfußballs deutlich kritischer betrachtet. Die Fans schauen heute nicht mehr nur auf den Ball, sondern auch auf Machtstrukturen, wirtschaftliche Interessen und politische Botschaften rund um das Turnier." [...]