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Weniger Geld, mehr Wirkung: Warum der Sport jetzt „Kooperenz“ braucht [Partner-News]

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Das Doppelbudget für die Jahre 2027 und 2028 steht. Was heißt das für Bewegung und Sport? Was für den organisierten Sport? Welche Chancen tun sich auf?

++ Von Markus Redl, CEO ecoplus Alpin GmbH ++

Mehr öffentliches Geld wird es auf absehbare Zeit nicht geben, weder auf der gerade verhandelten Ebene des Bundes noch auf jener der Länder. Und die Kommunen stehen ebenfalls unter Druck: Die nach diversen Umlagen verbleibenden Ertragsanteile reichen nicht aus, um gestiegenen Erwartungen an Umfang und Qualität ihrer Leistungen zu entsprechen. Was sich auch bei kommunaler Sportinfrastruktur, Spielplätzen oder „bewegungsfreundlichem“ öffentlichen Raum auswirkt. Dazu mein Gastkommentar in Die Presse: Weniger Sportförderung, mehr Wirkung.

So mancher Bundessport-Fachverband ist finanziell fast ausschließlich von der Bundes-Sportförderung abhängig. Jede Kürzung schlägt unmittelbar auf die Möglichkeiten durch, Personal zu beschäftigen oder z.B. Nachwuchsnationalteams zu bilden. Da von „Chancen“ zu sprechen, provoziert. Sich den Fördergebern bestmöglich zu präsentieren, reicht jedenfalls nicht. Das lässt sich auch aus den interessanten Arbeitsaufgaben in der aktuellen Stellenausschreibung: Generalsekretär von Turnsport Austria herauslesen …

Die Zeit ist reif für mutige Weiterentwicklung, zumal angesichts der Budgetkonsolidierung sowieso umgedacht werden muss.

Kooperenz als Leitprinzip

Ein zeitgemäßes Haus des Sports mit Shared Services, wie es laut aktuellem Regierungsprogramm wieder einmal „geprüft“ werden soll, ist international längst Standard – da reicht ein Blick nach Ittigen in der Schweiz. Natürlich stehen die Verbände in Konkurrenz zueinander. Aber was wäre nicht alles möglich, wenn intensiv kooperiert würde? Und zwar in so gut wie allen Funktionen des Verbandsmanagements.

Das reicht davon, dass eine polysportive Ausbildung und möglichst niederschwellige, inklusive Sportkultur bei Kindern und Jugendlichen nachweislich erfolgreicher sind: sowohl im Leistungs- und Spitzensport als auch in der Breite der Bevölkerung. Derzeit leben wir leider vielerorts das genaue Gegenteil. Jede Einheit glaubt sich mit Abschottung einen Vorteil zu verschaffen. Über Trainingsmöglichkeiten, Talente und Wissen wird eifersüchtig gewacht – jedwede Ressource alles, nur nicht geteilt.

Ein gutes Beispiel, dass es sehr wohl auch anders geht, sind die Sport Austria Finals von Sport Austria; da treten demnächst in Wien 7.000 Athletinnen und Athleten in 46 Sportarten um nationale Meistertitel an: Das größte Multi-Sport-Event Österreichs – Sport Austria Finals 2026.

Hilf dir selbst

Wir sind nicht im Fernsehen, daher haben wir keine Sponsoren. Oder auch umgekehrt. Was jahrzehntelang als Stehsatz bemüht wurde, gilt heute nicht mehr. Denn dank digitalisierter Medien gibt es kaum noch technische oder finanzielle Eintrittsbarrieren. Vielmehr kommt es darauf an, wie geschickt Rechteinhaber – und das sind Bundessport-Fachverbände in aller Regel – ihre eigenen Medien orchestrieren, wie kreativ sie Aufmerksamkeit auf sich ziehen und halten können.

Der größte Schatz sind in dieser neuen Medienwelt für jeden Verband die eigenen Mitglieder. Allseits beliebte und bekannte Stars sind gar keine unbedingt notwendige Voraussetzung mehr, um im Marketing zu reüssieren. Stattdessen gilt es (zumindest in der föderalen Struktur geeint, vielleicht auch in Allianzen mit anderen Verbänden) die eigene Community aufzubauen und auch geschäftlich zu nutzen: primär als Multiplikatoren, aber auch für Partnerprogramme, das Ausbildungswesen oder das Spendenmarketing.

Was Verbände auch selbst in der Hand haben, ist ihre Mission zu bestimmen. Der Weltradverband UCI nimmt sich schon lange des Radfahrens allgemein an: „Shape the future of cycling by inspiring more people to ride bicycles, …“. Was den angenehmen Effekt hat, über die bestehende Mitgliedschaft hinaus breiter in die Gesellschaft zu wirken („… by making the sport more attractive whilst contributing to the wellbeing of the world’s population and promoting sustainable development“). Der Österreichischer Radsport-Verband – Cycling Austria hat immerhin eine Position besetzt, die für „Cycling 4 All“ zuständig ist. Man könnte auch New Business dazu sagen.

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