Die besten Aussagen von Martin Szerencsi, stellvertretender Sportchef und Legal Advisor des ORF, im österreichischen Sportbusiness-Podcast KaffeehausTALK.
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Weitere InformationenMartin Szerencsi über …
…den immer härteren Markt für Sportrechte:
„Wenn es Wettbewerb und Konkurrenz gibt, warum sollte dann irgendetwas billiger werden? Die Live-Rechte stehen immer noch im Mittelpunkt, sind aber längst nicht mehr das Einzige, was man an einem Sportbewerb vermarkten kann. Es geht um Highlights, Clips oder Social Media – das Ganze ist viel kleinteiliger geworden. Als ORF müssen wir schauen, wo wir mit unseren finanziellen Möglichkeiten unseren Platz finden.“
…Kooperationen als Zukunftsmodell:
„Kooperation ist mit Sicherheit der Schlüssel. Im Sport ist Zusammenarbeit aus meiner Sicht der einzig brauchbare Weg, um dem Trend zu begegnen, dass internationale große Medienkonzerne mit völlig anderen finanziellen Möglichkeiten auftreten. Wir haben in Österreich einen kleinen Medienmarkt. Wenn man weiterhin hochwertige Sportrechte für ein breites Publikum zugänglich machen möchte, wird man verstärkt gemeinsam Lösungen finden müssen.“
…die erfolgreiche Zusammenarbeit mit ServusTV:
„Die Formel 1 war irgendwo der Eisbrecher. Als klar war, dass die Rechte so aufgeteilt werden, dass ein zweiter Sender ins Spiel kommt, war für uns klar, dass wir versuchen müssen, dabei zu sein. Denn besser habe ich 50 Prozent aller Formel-1-Grand-Prix als null. Und dieses Modell funktioniert wirklich unfassbar gut und hat sich über die Jahre weiterentwickelt. Mittlerweile reden wir von 24 Grand Prix pro Jahr, die man wunderbar aufteilen kann. Ähnlich war es bei der Fußball-WM: 52 Live-Übertragungen pro Sender sind für beide wirklich genug.“
…eine Rückkehr der Champions League zum ORF:
„Bei der Champions League der Herren sehe ich eigentlich keine Chance, dass es in absehbarer Zeit eine Rückkehr zum ORF gibt, solange die Rechte nach den aktuellen Kriterien vergeben werden. Mit dem neuen Vermarkter wird es wahrscheinlich noch einmal einen zusätzlichen Push geben. Diese Agentur wird ihre Zusammenarbeit mit der UEFA nicht damit beginnen wollen, rückläufige Erlöse abzuliefern. Unter diesen Voraussetzungen sehe ich Live-Spiele der Champions League derzeit nicht beim ORF.“
…die Zukunft des Sportrechte-Markts:
„Ich glaube, dass die Kreativität von Lizenzgebern und Agenturen noch größer werden wird, wenn es darum geht, die Erlöse zu maximieren. Mediale Rechte werden wahrscheinlich noch kleinteiliger gehandelt werden. Als Konsument wird man sich daran gewöhnen müssen, dass bestimmte Sportbewerbe nicht mehr auf einem oder zwei Sendern oder Plattformen zu sehen sind. Dieser Trend ist noch lange nicht zu Ende.“
…ORF Sport+ und die digitale Zukunft:
„ORF Sport+ ist eindeutig ein Segen. Der kleine Fluch dabei ist, dass auch dieser Sender nur 24 Stunden am Tag hat und wir unmöglich alle glücklich machen können. Deshalb müssen wir sehr viel mit Streaming, dem Netzwerk von ORF.at und ORF ON arbeiten. Das wird allerdings zunehmend schwierig, weil die gesetzlichen Beschränkungen gerade beim digitalen Online-Angebot des ORF massiv spürbar sind.“
…den menschlichen Faktor bei Verhandlungen:
„Humor hilft bei Verhandlungen vielleicht nicht wirklich, aber er macht den Umgang miteinander einfacher. Viel wichtiger ist für mich ein respektvoller, höflicher und authentischer Umgang – egal, mit wem man spricht. Das habe ich auch von Hans-Peter Trost gelernt. Wenn man alle Menschen respektvoll und würdig behandelt, hat das einen Wert.“
…eine Kaffeehaustisch in Monaco als ORF-Treffpunkt der Sportrechtebranche:
„Hans-Peter Trost und ich sind jahrelang zur Sportel nach Monaco gefahren. Wir haben uns aber kein Ticket für die Messe gekauft, sondern uns in ein kleines Kaffeehaus vor dem Grimaldi Forum gesetzt und geschaut, wer vorbeikommt. Wenn es uns gefreut hat, haben wir gewunken, und wenn nicht, haben wir versucht, uns unsichtbar zu machen. Nach drei, vier Jahren hatte sich das in der Branche so herumgesprochen, dass sich sogar UEFA-Mitarbeiter beschwert haben, weil sie keinen Termin bei uns bekommen hatten. Im Grunde hätten wir irgendwann Tickets für unseren Kaffeehaustisch verkaufen können. Und dort ist tatsächlich irrsinnig viel weitergegangen.“
Gäste aus nationalem und internationalem Sportbusiness
Der KaffeehausTALK ist eine abwechslungsreiche, informative Mischung aus Sport- und Business-Podcast. „In den einzelnen Episoden werden unterschiedliche Karrierewege im Sportbusiness aufgezeigt, Wissen vermittelt und vor allem durch persönliche, unterhaltsame Geschichten untermalt“, so die beiden KaffeehausTALK-Gründer Simon-Peter Charamza und Lorenz Kirchschlager. Gesprächspartner sind unterschiedliche Persönlichkeiten aus dem nationalen und internationalen Sportbusiness, mittlerweile moderieren auch sportsbusiness.at-Herausgeber und der Chefredakteur des Branchenmediums, Michael Fiala und Georg Sohler, die Talks.
Die inhaltlichen Themen haben zwar mit dem Namen KaffeehausTALK nicht direkt etwas zu tun, aber als Wiener schätzen Kirchschlager und Charamza, dass die Wiener Kaffeehauskultur zum Plaudern, Fachsimpeln und Genießen einlädt – eine Atmosphäre, die sie auch in ihrem Podcast schaffen. In gemeinsam knapp 30 Jahren bei Vereinen, Verbänden, Agenturen und führenden Medien Österreichs durften die beiden eine Vielzahl an Experten und interessanten Persönlichkeiten kennenlernen, die sie nun an den Kaffeehaustisch bitten, um mit den Hörern ihre Geschichten und Erfahrungen zu teilen.
Zu hören auf allen gängigen Podcast-Plattformen
Zu hören ist der KaffeehausTALK auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie z.B. Spotify und Apple Podcasts und auch auf der Webseite KaffeehausTALK.com. Hier haben die Hörer zusätzlich die Möglichkeit, einzelne Kapiteln und Themen nachzuhören, sowie den KaffeehausTALK-Newsletter zu abonnieren.