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Sportministerium verhängt Förderstopp für Tischtennisverband

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Nach Vorwürfen gegen einen Jugendtrainer hat das Sportministerium einen Förder- und Abrechnungsstopp gegenüber dem Österreichischen Tischtennisverband (ÖTTV) verhängt. Hintergrund sind mögliche Versäumnisse im Umgang mit den Vorwürfen innerhalb des Verbands.

Das Sportministerium hat die Fördermittel für den Österreichischen Tischtennisverband vorläufig gestoppt. Laut Ministerium stehen mögliche Verstöße gegen Förderverträge im Raum, die unter anderem Maßnahmen zur Prävention und Integrität im Sport beinhalten.

Auslöser der Maßnahme sind Vorwürfe mehrerer minderjähriger Spielerinnen gegen einen Nachwuchstrainer. Medienberichten zufolge soll dieser mehrfach unangemessenes Verhalten gezeigt haben. Der Verband hat die Zusammenarbeit mit dem Trainer inzwischen beendet, während die Staatsanwaltschaft den Fall prüft.

Sportstaatssekretärin Michaela Schmidt betonte, dass der Schutz von Athletinnen und Athleten oberste Priorität habe: „Ich will, dass Mädchen und Frauen im österreichischen Tischtennis sicher sind. Die im Raum stehenden Vorwürfe sind erschreckend und dürften im Verband schon länger bekannt sein.“ Anzügliche Nachrichten oder Gespräche im Bett hätten zwischen Jugendlichen und Trainer:innen keinen Platz.

Der Förderstopp bleibt laut Ministerium so lange aufrecht, bis der Verband umfassend zur Aufklärung beigetragen und ein funktionierendes Präventions- und Integritätsmanagement etabliert hat. Dieses soll sicherstellen, dass mögliche Fehlverhalten im gesamten Verband und in den Vereinen konsequent, unabhängig und professionell untersucht werden.

Der ÖTTV weist mögliche Versäumnisse zurück. Präsident Wolfgang Gotschke erklärte, der Verband habe bereits 2025 die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Trotz entsprechender Bemühungen der damaligen Vertrauensperson und des Vorstands seien bislang keine konkreten Beweise gesichert worden. Zudem betonte Gotschke, dass der Verband keinen direkten Einfluss auf das Verhalten einzelner Vereine habe, da seine Mitglieder die Landesverbände seien.

Gleichzeitig kündigte der Verband an, an der Einrichtung eines unabhängigen Care- und Compliance-Ausschusses zu arbeiten. Ein entsprechender Beschluss könnte laut Verband zeitnah erfolgen.

Kritik an der Stellungnahme des ÖTTV kam unterdessen aus Oberösterreich. Der dortige Landesverband reagierte in einem offenen Brief mit „großer Fassungslosigkeit“. Man vermisse ein klares Bekenntnis zum Schutz von Kindern und Jugendlichen und kritisierte, dass institutionelle und organisatorische Aspekte stärker betont worden seien als die Verantwortung gegenüber den betroffenen Spielerinnen und ihren Familien. Das Sportministerium betonte in diesem Zusammenhang, dass Präventionskonzepte im Sport nicht nur formal vorhanden sein dürften, sondern auch tatsächlich umgesetzt werden müssten.

Am Dienstag Nachmittag gab der ÖTTV bekannt, dass der betroffene Verein das Verhältnis zum beschuldigten Trainer ab sofort ruhend gestellt hat. Bis zur Aufklärung der Sachlage werde dieser Trainer keine Funktion im Verein ausüben.

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