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Sollten Ultras bezahlt werden? Die Ökonomie der leidenschaftlichen Fangemeinschaft [Exklusiv]

In einer Studie „Sollten die Fans bezahlt werden?“, veröffentlicht in der Sports Economic Review, untersuchen Luc Arrondel, Jean-Pascal Gayant und Jean-François Laslier eine gewagte Idee: Was wäre, wenn Vereine ihre Ultras subventionieren oder sogar bezahlen würden, um an Spielen teilzunehmen? Dieses Konzept, obwohl unkonventionell, basiert auf einer überzeugenden ökonomischen Grundlage, die als "12. Mann-Effekt" bekannt ist.

++ Ein Gastbeitrag von Jakob Müllner, Sport und Management (RISM) an der Wirtschaftsuniversität Wien ++

Kaum etwas polarisiert im Fußball so sehr wie die Ultras – jene eingefleischten Fans, die jedes Spiel in ein theatralisches Spektakel aus Gesängen, Bannern und unerschütterlicher Unterstützung verwandeln. Während Ultras oft wegen Kontroversen, darunter gewaltsame Ausschreitungen oder Konflikte mit Behörden, in den Medien negativ auffallen, legt eine neue Studie nahe, dass diese Fanatiker einen bisher ungenutzten wirtschaftlichen und sportlichen Wert besitzen könnten. In einer jüngsten Eskalation delogierte der FC Barcelona einzelne Fangruppen mit Verweis auf die entstandenen Kosten für Verbandsstrafen.

Der 12. Mann: Ein unbezahlbarer Wettbewerbsvorteil

Die Studie untersucht, wie die Anwesenheit lauter und demonstrativer Fans den Heimvorteil verstärkt, eine einschüchternde Atmosphäre für Gastmannschaften schafft und alles von der Leistung der Spieler bis hin zu Entscheidungen der Schiedsrichter beeinflusst. Dieser „12. Mann-Effekt“ kann direkt zu Siegen eines Teams und damit zu einem höheren Anteil an lukrativen TV-Übertragungsrechten beitragen.

Die Autoren entwickelten ein Modell, um den Zielkonflikt zu analysieren, mit dem Fußballvereine konfrontiert sind: Sollten sie die sofortigen Einnahmen durch höhere Ticketpreise maximieren oder eine lebendige Stadionatmosphäre mit niedrigeren Preisen – oder sogar freiem Eintritt – fördern? Sie kommen zu dem Schluss, dass es für Teams, die stark auf sportlichen Erfolg fokussiert sind, insbesondere solche mit hohen TV-Einnahmen, sinnvoll sein kann, [....]

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