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IOC streicht Nordische Kombination aus dem Olympia-Programm 2030

(c) GEPA pictures/ Matthias Trinkl

Nach mehr als 100 Jahren ist die Nordische Kombination vorerst nicht mehr Teil der Olympischen Winterspiele. Das IOC-Exekutivkomitee entschied einstimmig, die Disziplin aus dem Programm der Winterspiele 2030 in den Französischen Alpen zu streichen.

Als Begründung nennt das IOC die Ergebnisse einer umfassenden globalen Studie, die bei jedem Olympia-Zyklus durchgeführt wird und 14 Popularitätsindikatoren über Broadcast, digitale Medien, öffentliches Interesse, Ticketing und Presse in bis zu 50 Märkten misst. Die Nordische Kombination belegte bei den Winterspielen 2014, 2018, 2022 und 2026 in den meisten dieser Kategorien den letzten Platz aller Wintersportdisziplinen. Zuletzt war sie in 11 von 14 Indikatoren die am schlechtesten bewertete Disziplin. Hinzu kommt die geringe internationale Breite: Lediglich fünf Nationale Olympische Komitees gewannen in den vergangenen vier Spielen Medaillen in der Disziplin.

Die Entscheidung trifft Österreich besonders hart. Das Olympic Team Austria gewann in der Geschichte der Winterspiele insgesamt 19 Kombi-Medaillen – dreimal Gold, viermal Silber und zwölfmal Bronze. Bei den Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo holte Johannes Lamparter zweimal Silber im Einzel, Stefan Rettenegger sicherte gemeinsam mit Lamparter Bronze im Team-Sprint.

„Die heutige Entscheidung des IOC ist eine Hiobsbotschaft für den österreichischen Wintersport und ein schwerer Schlag für die Nordische Kombination. Kaum eine andere Disziplin steht so sehr für Tradition und eine österreichische Erfolgsgeschichte wie diese. Wir sind zutiefst enttäuscht, dass die sichtbare Weiterentwicklung dieser Sportart nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Die Auswirkungen dieser Entscheidung reichen weit über die Nordische Kombination hinaus. Auch das Skispringen ist unmittelbar betroffen, denn ohne olympische Perspektive wird es mittelfristig schwieriger werden, Schanzenanlagen zu erhalten und den Nachwuchs nachhaltig zu fördern. Am schwersten wiegt jedoch eines: Vielen Talenten wird mit einem Schlag eine Zukunftsperspektive genommen. Kinder und Jugendliche, die mit Leidenschaft trainieren, verlieren ihr großes Ziel – den olympischen Traum", sagte ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher. [...]

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