Eine neue Analyse der HHL Leipzig Graduate School of Management zeigt, dass Investitionen in den Kaderwert im Frauenfußball deutlich effizienter in sportlichen Erfolg umgewandelt werden als im Männerfußball.
Die Studie von Julia Kolb und Henning Zülch untersuchte die jeweils ersten Frauen- und Männerligen in Deutschland, England und Spanien für die Saison 2025/26. Das zentrale Ergebnis: In allen sechs untersuchten Ligen ist der Kaderwert ein starker Indikator für sportlichen Erfolg. In den drei Frauenligen erklärt er zwischen 75 und 85 Prozent der Punktevariation – durchgehend mehr als in den korrespondierenden Männerligen (Deutschland: 0,79 vs. 0,68; England: 0,85 vs. 0,45; Spanien: 0,75 vs. 0,69). Besonders markant ist der Kontrast in der englischen Premier League, wo bei nahezu allen Klubs hohe finanzielle Mittel vorhanden sind und der Kaderwert nur noch 45 Prozent der Punkteunterschiede erklärt.
Noch deutlicher wird der Effizienz-Gap beim Direktvergleich von Klubs, die sowohl in einer Frauen- als auch in einer Männerliga vertreten sind: In allen 29 untersuchten Fällen erzielt das Frauenteam pro investiertem Euro mehr Punkte als das Männerteam – ohne eine einzige Ausnahme. Der Median liegt beim Faktor 106, die Spannweite reicht von Faktor 13 (Levante UD) bis Faktor 225 (Tottenham Hotspur). Bei Bayer 04 Leverkusen beträgt der Faktor rund 150. Selbst das ineffizienteste Frauenteam der Analyse – Bayern München mit 8,9 Punkten pro Million Euro Kaderwert – übertrifft den effizientesten Männerklub der deutschen Bundesliga (Hamburger SV: 0,55 Punkte) um mehr als das Fünfzehnfache.
Die Studie identifiziert für jede Liga einen sogenannten Effizienz-Meister – den Klub, der pro investiertem Euro die meisten Punkte erzielt. In der Frauen-Bundesliga holte der 1. FC Köln mit einem Kaderwert von 1,34 Millionen Euro 37 Punkte – rund dreimal so viele pro Euro wie Meister Bayern München. In der Women's Super League ist Brighton & Hove Albion Effizienz-Meister (14,4 Punkte pro Million Euro), in der Liga F Granada CF mit dem höchsten Wert der gesamten Analyse (57,3). Eine aufschlussreiche Zahlenreihe aus dem Posting von Zülch: Im Median kauft eine Million Euro in der Liga F 33 Punkte, in der Frauen-Bundesliga 17 und in der Women's Super League 8. Die Reihe ist laut Zülch keine Rangfolge der Qualität, sondern der Professionalisierung – je reifer eine Liga, desto teurer wird [...]