Eine neue Fifpro-Studie zeigt: Während der globale Frauenfußball auf dem Weg zur Milliardenbranche ist, kämpfen viele Spielerinnen noch immer mit niedrigen Gehältern, unsicheren Verträgen und wachsendem psychischen Druck. Der Befund der Spielergewerkschaft ist eindeutig.
Die Spielergewerkschaft Fifpro hat mehr als 800 Fußballerinnen weltweit befragt – und das Ergebnis ist ernüchternd. Obwohl der globale Umsatz im Frauenfußball von rund 581 Millionen Dollar im Jahr 2024 auf über eine Milliarde Dollar bis 2027 steigen soll, sind die Arbeitsbedingungen für die große Mehrheit der Spielerinnen nach wie vor prekär. Von jenen, die einen vorzeitigen Karriereabbruch in Betracht ziehen, nennen 59 Prozent finanzielle Gründe, 46 Prozent gaben psychischen Stress als Faktor an.
Alex Culvin, Leiterin des Frauenfußballs bei Fifpro, sieht darin eine systemische Schieflage: „Jetzt muss der institutionelle, regulatorische und politische Rahmen schnell nachziehen, um unsere Spielerinnen zu schützen und es ihnen zu ermöglichen, ihr maximales Potenzial zu entfalten."
Besonders auffällig ist, wie Spielerinnen ihren eigenen Status einschätzen: Obwohl alle Befragten im Spitzenfußball ihrer jeweiligen Länder aktiv sind, bezeichneten sich nur 62 Prozent als professionell, 27 Prozent als semiprofessionell und 12 Prozent als Amateur. Nur 78 Prozent gaben an, einen schriftlichen Vertrag zu haben, und lediglich 57 Prozent erhalten eine Bezahlung, die ihre Spielkosten tatsächlich deckt.
Das durchschnittliche Monatsgehalt hat sich seit 2017 zwar verdreifacht – auf 2.601 Dollar –, der Medianwert liegt jedoch bei nur 1.669 Dollar. Die regionalen Unterschiede sind enorm: Während Spielerinnen in Nordamerika im Schnitt 6.450 Dollar monatlich verdienen, sind es in Afrika lediglich 480 Dollar. In zehn osteuropäischen Ländern liegt das durchschnittliche Gehalt sogar unter dem nationalen Mindestlohn.
Hinzu kommen strukturelle Probleme: 24 Prozent der Befragten berichten über verspätete Gehaltszahlungen, 42 Prozent haben keine betriebliche Altersvorsorge. Viele Verträge laufen nur sieben bis neun Monate – was bedeutet, dass Spielerinnen einen Teil des Jahres ohne gesichertes Einkommen sind. 57 Prozent kämpfen mit psychischen Belastungen, die Hälfte davon ohne Unterstützung durch ihren [...]