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Frauen-Cricket-WM 2026 soll neue Maßstäbe setzen

(c) IMAGO

Die ICC Women’s T20 World Cup 2026 soll nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich neue Rekorde aufstellen. Das Turnier findet vom 12. Juni bis 5. Juli in England und Wales statt und wird erstmals mit zwölf Nationalteams ausgetragen.

Für das veranstaltende England and Wales Cricket Board (ECB) steht dabei vor allem die langfristige Weiterentwicklung des Frauen-Crickets im Mittelpunkt. Neun Jahre nach der Frauen-Weltmeisterschaft 2017, die als wichtiger Meilenstein für den Frauen-Cricket-Sport in England gilt, soll die kommende Ausgabe den nächsten Wachstumsschub auslösen. Der ECB hat das Organisationskomitee direkt in die eigenen Strukturen integriert und den Spielplan bereits knapp ein Jahr vor Turnierbeginn veröffentlicht, um frühzeitig Aufmerksamkeit und Ticketverkäufe zu generieren.

Ein zentrales Ziel ist es, die bislang erfolgreichste Frauen-Cricket-Veranstaltung der Geschichte zu organisieren. Der Verband rechnet mit rund 270.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Das wäre mehr als doppelt so viel wie beim bisherigen Rekordturnier der Frauen-T20-WM 2020 in Australien. Laut Turnierdirektorin Beth Barrett-Wild entwickeln sich die Ticketverkäufe entsprechend der Erwartungen. Das Turnier könnte damit zum umsatzstärksten globalen Frauen-Cricket-Event aller Zeiten werden.

Auch die Zusammensetzung des Publikums fällt auf. Rund 36 Prozent der bisherigen Ticketkäufer sind Frauen, 22 Prozent Kinder. Zum Vergleich: Beim englischen Franchise-Wettbewerb The Hundred liegt der Frauenanteil bei den Zuschauern bei rund 30 Prozent, bei Länderspielen der englischen Männer sogar nur bei 18 Prozent.

Wichtige Impulse kommen zudem aus der Vermarktung. Der Internationale Cricket Council (ICC) hat die Sponsoringrechte seiner Frauen-Wettbewerbe inzwischen von den Männerbewerben getrennt vermarktet. Unternehmen wie Unilever und Google engagieren sich bereits eigenständig im Frauen-Cricket. Zudem gibt es mittlerweile identische Preisgelder bei Männer- und Frauen-Weltmeisterschaften. Für die T20-WM 2026 werden insgesamt 8,76 Millionen US-Dollar ausgeschüttet, zehn Prozent mehr als bei der vorherigen Ausgabe. Die Siegerinnen erhalten 2,34 Millionen US-Dollar.

Eine weitere Schlüsselrolle spielt die Medienpräsenz. In Großbritannien überträgt Sky Sports das Turnier, ausgewählte Spiele – darunter das Eröffnungsspiel und das Finale – werden zusätzlich kostenlos über Sky Mix, YouTube und die Sky Sports App verfügbar sein. Damit soll die Reichweite über bestehende Cricket-Fans hinaus erhöht werden.

Das ECB plant bereits über das Turnier hinaus. Nur wenige Tage nach dem WM-Finale findet im traditionsreichen Lord’s Cricket Ground ein Frauen-Testmatch zwischen England und Indien statt. Anschließend folgen die Finalspiele des Vitality Blast sowie die nächste Saison von The Hundred. Ziel ist es, das gestiegene Interesse dauerhaft im Frauen-Cricket zu verankern.

„Wir sprechen oft davon, dass dies eine Bewegung und kein einzelner Moment ist“, sagt Beth Barrett-Wild. „Wir wollen nicht nur ein einmaliges Großereignis schaffen, sondern langfristige Veränderungen im Frauen-Cricket erreichen.“ Gleichzeitig kündigte sie an, die Ticketpreise für Spiele der englischen Frauen-Nationalmannschaft im kommenden Jahr um rund 25 Prozent anzuheben. Dies solle den steigenden wirtschaftlichen Wert des Produkts widerspiegeln. [...]

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