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Formel-1-Teams weiter unter Wert? Experten sehen trotz Rekorddeals noch Aufholpotenzial

(c) GEPA pictures/ XPB Images/ Charniaux

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Die Bewertungen der Teams in der Königsklasse des Motorsports steigen rasant. Im Vergleich zu NFL, NBA und Premier League werden sie laut Branchenexperten dennoch weiterhin mit einem deutlichen Abschlag gehandelt.

Die Bewertungen von Formel-1-Teams haben nach Einschätzung von Branchenkennern ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Elis Wyn Jones, früher Leiter der globalen Sportberatung bei Goldman Sachs, sieht die Teams der Rennserie im Vergleich zu Vereinen aus der National Football League, der National Basketball Association oder der Premier League weiterhin klar unterbewertet.

Jones äußerte sich dazu im Rahmen der Autosport Business Exchange. Zwar gebe es grundsätzlich immer eine Grenze dessen, was Investoren zu zahlen bereit seien und welche Rendite sie erwarteten. Diese Grenze sei in der Formel 1 jedoch noch nicht erreicht. Ausschlaggebend seien vor allem der sogenannte Knappheitswert sowie attraktive Renditeperspektiven.

Aktuelle Transaktionen unterstreichen den starken Wertzuwachs der vergangenen Jahre. So verkaufte Toto Wolff zuletzt einen Teil seiner Anteile am Mercedes-Team zu einer Bewertung von rund sechs Milliarden US-Dollar. Damit wurde ein neuer Rekord für ein Formel-1-Team aufgestellt und der zuvor gemeldete Wert von McLaren Racing deutlich übertroffen.

Zum Vergleich: Noch 2022 erwarb Ineos rund ein Drittel der Anteile am Mercedes-Team zu einer Bewertung von umgerechnet rund 800 Millionen US-Dollar. Die Entwicklung verdeutlicht, wie stark sich der Markt innerhalb weniger Jahre verändert hat.

Trotz dieser Dynamik liegt die Formel 1 laut aktuellen Schätzungen weiterhin klar hinter anderen großen Sportligen. Forbes bezifferte den durchschnittlichen Wert eines Formel-1-Teams zuletzt auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: In der NFL liegt der Durchschnitt bei rund 7,1 Milliarden US-Dollar, in der NBA bei etwa 5,4 Milliarden US-Dollar. Auch Daten von Sportico bestätigen diese Größenordnung.

Jones sieht darin einen strukturellen Abschlag. Einerseits biete die Formel 1 im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten reale Möglichkeiten, wirtschaftliche Renditen zu erzielen und diese auch abzusichern. Andererseits sei der Besitz eines Formel-1-Teams für Investoren strategisch wertvoll, da er Synergien mit anderen Geschäftsfeldern ermögliche.

Hinzu kommt der begrenzte Markt. Während es in der NBA 32 und in der NFL 30 Teams gibt, umfasst das Formel-1-Starterfeld derzeit nur elf Rennställe, mit begrenztem Erweiterungspotenzial. Dieser Knappheitsfaktor dürfte die Bewertungen langfristig weiter antreiben.

Auch die zunehmende globale Ausrichtung der Serie spielt eine Rolle. Mit 24 Rennen pro Saison, einer starken Präsenz im Nahen Osten und einem weiter wachsenden US-Markt bietet die Formel 1 Investoren regelmäßige weltweite Sichtbarkeit. Laut Jones ist dies ein Vorteil, den andere Sportarten in dieser Form nicht bieten.

Zudem engagieren sich immer mehr Eigentümer parallel in mehreren Rennserien. Beispiele sind Unternehmensgruppen mit Aktivitäten in der Formel 1, IndyCar, Formel E, NASCAR oder der Langstrecken-WM. Diese Mehrfachstrukturen erhöhen den strategischen Wert der Beteiligungen zusätzlich.

Aus Sicht von Jones ist die Formel 1 daher noch weit von einer Sättigung entfernt. Der Markt befinde sich weiterhin in einer Phase des Lernens und der Professionalisierung. Was vor zwei Jahrzehnten vielfach als verlustreiches Engagement galt, habe sich inzwischen zu einer globalen Plattform mit erheblichem wirtschaftlichem Potenzial entwickelt.

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