Am Donnerstag, 19. Februar, fand der 31. sportsbusiness.at Breakfast Club statt. Das bekannte Netzwerk-Format widmete sich dieses Mal einer Bewegung, die auf einzigartige Weise Sport und Emotionen verbindet – den Special Olympics.
Von 25. bis 30. Juni finden in Wien die 9. Nationalen Special Olympics Sommer statt. Rund 1.800 Sportler:innen und 600 Betreuer:innen treten in 20 Sportarten um Medaillen an. Die Bundeshauptstadt erlebt die größten Nationalen Spiele in der Geschichte von Special Olympics Österreich.
Warum es für Unternehmen, aber auch aktive und ehemalige Sportler:innen wichtig und wertvoll sein kann, sich karitativ zu engagieren und damit vielleicht nicht im ganz großen Rampenlicht zu agieren, war Thema der Podiumsdiskussion im ÖFB Campus, der auch Spielstätte für die Fußballbewerbe der Nationalen Special Olympics Sommerspiele sein wird.
Nach Grußworten von Special Olympics-Präsident Laurenz Maresch und Sportler Richard Musil stellte OK-Chefin Birgit Morelli die 9. Nationalen Sommerspiele vor. Danach diskutierte sie mit Arvid Auner (zweifacher Snowboard-Vizeweltmeister und Special Olympics Botschafter), Günther Weninger (Leiter Sponsoring und Förderaktivitäten UNIQA Insurance Group AG), Petra Burger (Public Affairs Director Coca-Cola Österreich) und Patrick Ritz (Bauunternehmung Granit, Errichtungsfirma Sport Arena Wien), moderiert von Andreas Onea, die verschiedensten Aspekte der Special Olympics.
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Die besten Fotos
























Die besten Aussagen
Laurenz Maresch, Präsident Special Olympics über ….
… die Special Olympics: „Unsere Sportler:innen sind die Message: Das Thema Inklusion ist in der Gesellschaft angekommen. Es soll sich dadurch aber nicht abnutzen. Special Olympics sollen kein Appendix sein. Man kann gemeinsam laufen, Fußball spielen oder schwimmen. Die Entwicklung ist gut, aber wir brauchen Unterstützer und Sponsoren. So können wir in der Gesellschaft sichtbar bleiben.“
Richard Musil, Sportler und Teilnehmer Special Olympics, über …
… die Special Olympics: „Jeder freut sich, dass dieses Event stattfindet. Es ist eine Riesenherausforderung, auf die wir uns vorbereiten – wir werden Vollgas geben!“
Birgit Morelli, Leitung OK Nationale Special Olympics Sommerspiele 2026, über …
… die Sommerspiele: „Am besten versteht man die Special Olympics, wenn man es selbst erlebt oder mit den Sportlern redet. Der Eintritt ist frei, wir sind also auch hier barrierefrei. Wir sind sehr stolz, dass wir nach 28 Jahren wieder in die Bundeshauptstadt kommen. Es kommen 1.800 Sportlerinnen und Sportler, sie werden von 600 Trainer:innen begleitet. Es gibt 19 Sportarten und zwölf Sportstätten. Fußball wird hier am ÖFB-Campus ausgetragen. In der neuen Sportarena finden die Eröffnung und Schlussveranstaltung und sechs Bewerbe statt. Insgesamt sind es neun Veranstaltungsorte in ganz Wien. Unterstützt wird die Veranstaltung von 800 Freiwilligen. Es ist schön, dass diese Familie gewachsen ist und weiter wächst.“
… Botschafter: „Wenn man Menschen wie Arvid findet, die uns verbunden sind, ist das toll. Er ist mit Haut und Haaren dabei und weiß, was es heißt, Erfolge zu feiern und mit Misserfolgen umzugehen. Die Kraft des Sports ist gerade bei uns so stark. Durch den Sport erleben unsere Sportler:innen, dass sie im Mittelpunkt stehen, weil jede:r im Rahmen der eigenen Möglichkeiten sein Bestes gibt.“
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… warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist, sich zu engagieren: „Jeder Zeitpunkt ist gut, uns zu unterstützen. Aber die Bundeshauptstadt Wien hat eine besondere Strahlkraft. So können wir den Spirit weitertragen. Es gibt nicht nur die Spiele, sondern im ganzen Jahr 250 Trainings und 200 Wettbewerbe. Dazu kommen noch die Vereine. Das schaffen wir nur, wenn es auch für uns Unterstützung gibt.“
Arvid Auner, zweifacher Snowboard-Vizeweltmeister und Special Olympics Botschafter, über …
… die Verantwortung des Sports: „Was heißt gesellschaftliche Verantwortung? Ich will etwas vorleben und meine Bühne für gute Dinge und die Zukunft nutzen – dafür stehen die Special Olympics.“
… seinen Weg zu den Special Olympics: „Ich war als Filmer bei den Weltspielen und habe die Special Olympics Österreich begleitet. Dort erlebte ich Folgendes: Eine Sportlerin lief so gut, sie hätte die vor ihr Zweitplatzierte überholen können, tat es aber nicht. Die Sportlerin wurde gefragt: Warum hast du sie nicht überholt? Ihre Antwort war: Weil die vor mir so schön gelaufen ist! Ich wurde zweimal Zweiter bei der WM und habe mich darüber geärgert, dass ich nicht Erster wurde. Beim Schneiden sind mir die Tränen gekommen und ich wusste, warum mich die Situation so fesselte: Es ging ihr einfach um ihre Emotionen. Das zeigte mir, dass ich Teil der Special Olympics sein will.“
… die Wirkung von Großveranstaltungen für Sponsoren und den USP bei Special Olympics: „Im Spitzen- und Leistungssport geht es um Platzierungen und Reichweite. Das ist alles legitim, aber der USP bei den Special Olympics ist ihre Glaubwürdigkeit .“
… bewegte Bilder und seine eigene Reichweite – und dass andere dies auch nutzen sollen: „Mein Grundsatz ist es, dass nicht nur das lauteste, sondern auch das wertvollste Posting Reichweite generiert. Wenn man aber immer nur auf die meisten Likes schaut, geht die Botschaft leicht verloren. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, vor, während und nach den Spielen Geschichten zu erzählen, die pure Emotion zu transportieren und – vor allem – die Sportler:innen und was hinter ihren Leistungen steht, vor den Vorhang zu holen. Man geht mit mehr nachhause, als man gekommen ist, wenn man offen ist.“
Patrick Ritz, Geschäftsführer Bauunternehmung Granit, über …
… die Bedeutung von gesellschaftlicher Verantwortung und Sport als Tool: „Alles, was wir machen, muss Sinn ergeben. Heutzutage wird sehr viel gespalten und Sport ist toll, um Gemeinschaft zu stärken.“
… den Wert für B2B: „Es geht nicht um Werbung, sondern darum, die Werte, die wir täglich leben, weiterzugeben.“
Petra Burger, Public Affairs Director Coca-Cola Österreich, über …
… die Bedeutung von gesellschaftlicher Verantwortung und Sport als Tool: „Wir wollen einen positiven Unterschied machen. Unsere Mission lautet: We are here to refresh the world and make a difference. In Österreich ist unser Motto „Miteinand“. Damit wollen wir Zusammenhalt fördern und Barrieren abbauen. Gerade der Sport bietet die Bühne für gelebte Inklusion.“
… die Unterstützung seit 1968 und glaubwürdiges Engagement: „Wir sind Gründungspartner. Seit 1968 gab es mit Sicherheit global schon an die 100 Millionen Euro an Unterstützung. Dauer und Tiefe der Beziehung sind wichtig. Aus Public-Affairs-Sicht ist es wichtig, Werte zu teilen, und wir wollen diese in den Mittelpunkt stellen. Ich hatte die Ehre, bei den World Games in Berlin 2023 mit dabei zu sein. 2017 waren die Weltspiele in Schladming und auch das war ein tolles Erlebnis. Es war das Vorbild für den Inclusion Run beim Vienna City Marathon – zugunsten der Special Olympics. Damit machen wir Inklusion für alle erlebbar.“
… das Weiterspinnen der Idee der Special Olympics: „Wir können unsere Bilder mit unserer Strahlkraft und Reichweite teilen, über unsere Social-Media-Kanäle und die Influencer.“
Günther Weninger, Leiter Sponsoring und Förderaktivitäten UNIQA Insurance Group AG, über …
… die Bedeutung des Engagements: „Es geht darum, eine Haltung zum Ausdruck zu bringen. Sport und insbesonders die Special Olympics sind die perfekte Bühne, um all das erlebbar zu machen.“
… sinnvolle Aktivierung: „Wir wollen einen gegenseitigen Mehrwert generieren. Wir ermöglichen es Kolleg:innen, als Volunteers teilzunehmen. Sie bekommen dafür zwei freie Tage und diese Möglichkeit nehmen hunderte von ihnen wahr. Ich selbst bin seit zwei Jahren bei der Uniqa und viele meiner Kolleg:innen haben ähnliche Geschichten wie Arvid zu erzählen. Als der größte Gesundheitsanbieter Österreichs sagen wir: Die meisten Dinge im Leben sind leichter zu schaffen, wenn man sie gemeinsam schafft. Das ist selten so spürbar wie bei den Special Olympics.“
… die harte Währung bei Sponsorings: „Medienwerte sind relevant und wichtig. Aber wir wollen nicht jedes Engagement nur daran messen. Es gibt Dinge, die weit darüber hinaus gehen. Ich hatte ein Gespräch mit dem Unternehmen MyAbility (eine inklusive Jobplattform, Anm.). Eine Frage war: Was sind Hinderungsgründe für Inklusion? Die Antwort war: Vorurteile. Bei den Special Olympics begegnet man sich und schon gibt es keine Vorurteile mehr. Unwissenheit schafft Barrieren – Erleben baut sie ab.“
… den Wert im Employer Branding: „Es ist ein ganzheitlicher Benefit. Wir haben in Österreich als Uniqa große Hebel, wenn es um Kommunikation geht und möchten unser Engagement sichtbar machen. Die gleichzeitig stattfindende WM in den USA, Mexiko und Kanada ist größer und es wird Ihr Öffentlich sicher mehr Aufmerksamkeit geschenkt, aber ich sehe schon die Chance, die Special Olympics in Österreich prominent zu covern und zu nutzen um Abseits des großen Brand Cluttes zu kommunizieren. Und ich sage: Was man bei den Special Olympics erlebt, erlebt man nur dort.“