Die Vereine der Google Pixel Frauen-Bundesliga gründen am 10. Dezember den Frauen-Bundesliga FBL e.V. – ohne den DFB.
Der neue Verband soll die Liga professionalisieren und wirtschaftlich stärken. Die Gründung erfolgt allerdings ohne Mitwirkung des DFB. Das ist ein Punkt, der in mehreren Klubstellungen kritisch aufgegriffen wurde.
Die 14 Erstligavereine haben in den vergangenen Monaten einen gemeinsamen Prozess vorangetrieben, der nun nach der Projektphase in der „Geschäftsplan Frauen-Bundesliga Projekt GbR“ in der Gründung des Frauen-Bundesliga FBL e.V. mündet. Ziel der Clubs ist eine moderne und nachhaltige Weiterentwicklung der Liga sowie eine abgestimmte wirtschaftliche Grundlage. Laut offizieller Aussendung wollen die Vereine signifikant in den Frauenfußball investieren und die sportliche wie gesellschaftliche Sichtbarkeit weiter erhöhen.
Ursprünglich war vorgesehen, den Schritt gemeinsam mit dem DFB zu setzen. Wie der Kicker berichtet, waren die Pläne für ein Joint Venture zwischen den Klubs und der DFB GmbH & Co. KG bereits weit fortgeschritten. Beide Seiten sollten zu gleichen Teilen beteiligt sein, der DFB sah Investitionen von 100 Millionen Euro über acht Jahre vor, während die Clubs mindestens 700 Millionen Euro einbringen wollten. Nach Darstellung mehrerer Vereinsverantwortlicher habe der DFB jedoch kurzfristig Änderungen an den vereinbarten Rahmenbedingungen verlangt, weshalb die Clubs sich entschlossen, die Gründung ohne den Verband vorzunehmen.
Jan-Christian Dreesen (FC Bayern) spricht von einem zuvor „großen Vertrauen“ unter den Vereinen und zeigt sich überrascht über das Infragestellen bereits verhandelter Eckpunkte. Auch Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann äußert laut Kicker „Enttäuschung“ und warnt vor einem möglichen Vertrauensverlust. Bayer-Geschäftsführer Fernando Carro bezeichnet die Entwicklung als „bedauerlich“.
Der DFB reagierte am Donnerstagabend mit einer eigenen Mitteilung. Man zeigte sich „verwundert“ über den Schritt und betonte, dass die Gründung eines Ligaverbandes ohnehin als Voraussetzung des geplanten Joint Ventures gesehen werde. Eine direkte Beteiligung des DFB am Verband sei nie vorgesehen gewesen. Generalsekretär Holger Blask erklärte, der DFB halte an den zugesagten Investitionen fest und wolle die Gespräche mit den Vereinen „konstruktiv und sachlich“ fortsetzen. Wie es mit den Verhandlungen über eine gemeinsame FBL-GmbH weitergeht, bleibt offen.