Nach seinem Abgang als Vorsitzender von Tottenham Hotspur ist Daniel Levy sportlich und operativ nicht mehr präsent. Offen bleibt jedoch die ungeklärte Eigentümerfrage rund um seinen Anteil am Klub.
Der Abgang von Daniel Levy bei Tottenham Hotspur im Herbst des Vorjahres hat eine Ära in der Premier League beendet. Über zwei Jahrzehnte prägte Levy als Vorsitzender die Geschicke des Klubs, zuletzt jedoch wurde er von der Eigentümerfamilie Lewis aus seiner Funktion gedrängt. Sportlich ist Levy damit Geschichte, wirtschaftlich bleibt er dem Klub jedoch weiterhin eng verbunden.
Levy hält nach wie vor einen Anteil von knapp 30 Prozent an Enic, der Gesellschaft, die rund 86 Prozent von Tottenham besitzt. Die Mehrheit liegt bei der Tavistock Group, hinter der die Geschwister Vivienne und Charlie Lewis stehen. Damit ist die Kontrolle klar bei der Lewis-Familie angesiedelt, Levys Beteiligung stellt jedoch weiterhin einen relevanten Minderheitsanteil dar.
Genau dieser Anteil ist nun der zentrale offene Punkt. Berichte über externes Interesse – etwa aus Hongkong – wurden bislang nicht bestätigt. Sollte der von Levy kolportierte Wert seines Anteils tatsächlich bei über einer Milliarde Pfund liegen, gilt ein Verkauf an Dritte als wenig realistisch, zumal der Anteil aktuell weder mit operativer Macht noch mit einem Sitz im Vorstand verbunden ist.
De facto gilt die Lewis-Familie als einziger potenzieller Käufer. Anzeichen für eine zeitnahe Einigung gibt es allerdings nicht. Beobachter gehen davon aus, dass kein unmittelbarer Handlungsdruck besteht, während weitere Kapitalmaßnahmen langfristig zu einer Verwässerung von Levys Anteil führen könnten.
Sportlich befindet sich Tottenham parallel in einer angespannten Phase, geprägt von Verletzungssorgen und schwankenden Ergebnissen. Die Verantwortung dafür liegt inzwischen klar bei der aktuellen Klubführung. Levy selbst tritt öffentlich kaum noch in Erscheinung und ist auch an Spieltagen nicht mehr präsent.
Damit reduziert sich Levys Rolle im englischen Fußball zunehmend auf diese eine offene Frage: den Ausstieg aus dem Klub, den er über Jahrzehnte aufgebaut und mitgeprägt hat. Anders als viele Transferverhandlungen seiner Amtszeit dürfte dieser letzte Deal kein schneller Abschluss werden, sondern sich über einen längeren Zeitraum ziehen.