Der Google-Konzern intensiviert seine Ambitionen im Live-Sport: YouTube prüft den Kauf weiterer Übertragungsrechte bei nahezu allen großen US-Ligen und verfolgt dabei eine klare strategische Logik, die sich deutlich von der Konkurrenz abhebt.
Im Unterschied zu Netflix, das auf einzelne Spiele oder Turniere als Mini-Events setzt, will YouTube Rechtepakete nur dann erwerben, wenn sie eine eindeutige Botschaft an Konsumenten ermöglichen – etwa alle Lokalspiele einer Liga oder alle Partien eines Turniers. Unübersichtliche Sammlungen ohne inneren Zusammenhang sind für die Plattform wenig attraktiv.
Ein zentrales Element der Strategie ist die Stärkung von YouTube Premium. Das Abo-Modell, das Werbung eliminiert und 15,99 Dollar pro Monat kostet, soll mit exklusiven Sportinhalten aufgewertet werden. Die Idee: Wenige ausgewählte Spiele laufen kostenlos auf der regulären Plattform als Marketinginstrument, während das vollständige Angebot hinter der Paywall von YouTube Premium liegt. Millionen sportbezogene Creator-Videos könnten dabei als zusätzlicher Kanal genutzt werden, um Nutzer in zahlende Abonnenten zu verwandeln.
Konkret ist YouTube laut Medienberichten in fortgeschrittenen Gesprächen, die NBA-Lokalrechte für 20 bis 25 Teams zu übernehmen – ein Paket, das mehr als eine Milliarde Dollar kosten könnte. Zudem besteht Interesse an den TV-Rechten für die FIFA-Fußballweltmeisterschaft der Männer. Beide Vorhaben stehen noch unter Vorbehalt: Beim NBA-Deal ist unklar, ob YouTube alle Teams erhalten kann; die Liga wiederum zögert möglicherweise, sämtliche Rechte an eine [...]