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NIL-Verträge: Wie der US-College-Sport rot-weiß-rote Basketball-Erfolge erschwert [Exklusiv]

(c) IMAGO Newscom World

Wer jung, schulisch erfolgreich und dazu noch sportlich gut ist, kann an ein US-College wechseln. Diese bieten in vielen Sportarten bessere Möglichkeiten als Europa - ein Gewinn vor allem für den Frauensport. Für einen Verband wie Basketball Austria ist das aber ein zweischneidiges Schwert. Hintergrund ist die fortschreitende totale Kommerzialisierung des ehemaligen Amateursports an den US-Unis und die sogenannten NIL-Verträge - die Vermarktung von Name, Image und Likeness führt dazu, dass Österreich die besten Basketballer:innen zwischen 18 und 24 kaum zur Verfügung stehen.

+ + sportsbusiness.at exklusiv - von Georg Sohler + +

In den USA spielen Sport und universitäre Ausbildung ein beeindruckendes Give-and-Go. Wer schulisch gut ist und dabei noch ein:e herausragende:r Athlet:in ist, hat Chancen ein Sport-Stipendium an einer Universität zu bekommen. Zwar gibt es auch andere Möglichkeiten, die Studienkosten zu reduzieren, doch der Sport ist einer der wichtigsten Türöffner.:

Denn die Kosten für die College-Ausbildung an bekannten Universitäten wie Stanford oder Harvard betragen zwischen 75.000 und 90.000 US-Dollar im Jahr. Im Vergleich zu den Studiengebühren in Österreich sind sogar kleinere Colleges im fünfstelligen Euro-Bereich teuer. Der Sport ist ein Türöffner, um ein Stipendium zu erlangen. 

Für die Bildungsinstitutionen sind die Investitionen in Athlet:innen Gold wert. Organisiert ist der College-Sport in der National Collegiate Athletic Association (NCAA). Ihr gehören über 350 Hochschulen an und sie erwirtschaftet einen Milliardenumsatz, von dem ein großer Teil an die Unis zurückfließt. Diese erhalten dadurch Sichtbarkeit, stärken ihre Marke und positionieren sich in weiterer Folge als attraktive Bildungsstätten.

Große Chancen

Notwendig für die Aufnahme in den organisierten College-Sport ist es, mehrere Sportarten geschlechtergreifend anzubieten. Eine wichtige Rolle spielt dabei klarerweise Basketball mit dem Quoten- und Umsatzbringer im März, die March Madness. Dort treten die besten Teams gegeneinander an. Von den lukrierten Millionen sahen die Sportler:innen bis 2021 nichts.

Dann wurden die Regeln geändert, es gab zunächst die Möglichkeit, über Aufwandsentschädigungen und Werbeverträge Geld zu verdienen. Seit 2021 dürfen College-Sportler:innen ihre Namen, Bilder und Persönlichkeitsrechte über sogenannte NIL-Verträge (Name, Image and Likeness) vermarkten. Mit den jüngsten Regeländerungen können Colleges ihre Athlet:innen zusätzlich deutlich direkter finanziell unterstützen. Im Top-Bereich verdienen die besten der besten Basketballer:innen acht bis neun Millionen US-Dollar pro Jahr.

Basketball Austria-Generalsekretär Aldin Saravevic versteht, dass jemand über den Teich wechselt. (c) 3x3vienna / Martin Pröll

Das ist teilweise ein Vielfaches von dem, was sie als spätere NBA-Rookies verdienen würden. Es ist darüber hinaus deutlich mehr, als in europäischen Basketball-Ligen ausgezahlt wird – dort noch dazu ohne Uni-Ausbildung. Am eklatantesten ist dies im Frauensport: Die besten Österreicher:innen bekommen hierzulande so gut wie nichts – in den USA nebst College-Ausbildung auch noch sechsstellige Summen pro Jahr. Doch wieso wollen Colleges überhaupt internationale Spieler:innen? Sie werden einerseits wegen [...]

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