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Warum sportlicher Erfolg nicht automatisch neue Mitglieder bringt [Exklusiv]

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Sportliche Heldentaten erzeugen mehr Aufmerksamkeit, daraus müssten eigentlich auch mehr Mitglieder bei den Vereinen und Verbänden sowie letztlich Einnahmen folgen. In der Praxis funktioniert diese Rechnung allerdings nur bedingt, wie Recherchen von sportsbusiness.at zeigen.

+ + sportsbusiness.at exklusiv – von Georg Sohler + +

Im Sport gilt seit Jahrzehnten die Annahme, dass Breiten- und Spitzensport voneinander profitieren. Tatsächlich möchte man angesichts einiger Zahlen denken, dass die Rechnung genauso einfach ist: Gibt es einen Erfolgsmoment, eine:n erfolgreichen Sportler:in, dann steigt die Anzahl derer, die den Sport ausüben. Daraus folgt mehr Aufmerksamkeit und in weiterer Folge mehr Einnahmen. 

Einzelne Beispiele scheinen dies zu hinterlegen. Zwischen 2019 und 2023 stieg die Anzahl der Mitglieder beim Österreichischen Tennisverband (ÖTV) von 173.477 auf 196.697. Die Covid-19-Pandemie mag eine Rolle gespielt haben, Tennis war früh wieder erlaubt. 2020 aber gewann Dominic Thiem die US Open. Die Gegenthese liefern die Daten von König Fußball. Im selben Zeitraum verlor der Österreichische Fußballbund (ÖFB) zudem gut 40 Prozent seiner Mitglieder: von 440.029 auf 247.649. Aber hier widerspricht Fußball Tennis: Das Nationalteam wusste mit der EM-Teilnahme 2021 ebenfalls zu begeistern.

Strengere Zählweise

Aber der ÖFB hatte die Zählweise grundlegend geändert. Um erfasst zu werden, müssen die Aktiven jetzt zumindest einen Meisterschaftseinsatz pro Saison haben. Das ist eine sehr strenge Zählweise, wie der Fußballbund gegenüber sportsbusiness.at betont: „In der Vergangenheit waren oft die absoluten Zahlen wichtig, davon haben wir uns gelöst.“

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass nicht jedes Vereinsmitglied in der Statistik aufscheint. Die Vereine und Landesverbände (in allen Sportarten) handhaben die Zählung generell unterschiedlich. Hinter vorgehaltener Hand hört man immer wieder von eher kreativen Zählweisen; allenfalls nicht so streng wie der ÖFB.

Die Erfolge der vergangenen Jahre, sowohl bei den Männern wie auch bei den Frauen, sind ein wahrer Motor.

Bernd Rabenseifner, Generalsekretär Handball Austria

Darüber hinaus spielen vermutlich noch viel mehr Menschen regelmäßig Fußball und werden nie in einer offiziellen Statistik erfasst. Natürlich wirkt die Corona-Pandemie nach wie vor nach. Viele werden sich während der Einschränkungen neue Hobbies gesucht haben, die sie ausüben können, vor allem bei jüngeren Zielgruppen. Hier dominiert das Laufen.

Individueller, weniger organisiert

Der Trend geht zudem zunehmend in Richtung individueller und digital begleiteter Sportarten. Laut dem „Year in Sport“-Report von Strava plant rund ein Drittel der Generation Z, künftig mehr Geld für Fitness auszugeben. Wearables spielen dabei eine zentrale Rolle: Laut Strava sehen deutlich mehr Personen der Generation Z als der Generation X Fitness-Technologie als wichtigste Investition im Sportbereich. Das Laufen erlebt also einen regelrechten Boom, eine Vereinsmitgliedschaft ist naheliegenderweise nicht in vielen Fällen notwendig.

Die Lücke zwischen tatsächlicher Ausübung und erfassten Mitgliedern ist kein Randphänomen, wie zwei weitere Beispiele zeigen. [...]

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