Am Mittwoch, dem 8. April, fand die bereits 32. Ausgabe des sportsbusiness.at-Breakfast Club statt. Das bekannte Netzwerk-Format widmete sich voll und ganz dem Laufsport.
Der Laufsport begeistert Millionen Menschen in Österreich und ganz Europa – Marathons befinden sich auf einem unglaublichen Hoch. Vor allem junge Läuferinnen und Läufer prägen diese Entwicklung: mit ihrem individuellen Antrieb, ihrer Offenheit für Neues, ihrer Lust auf Erlebnisse und einem starken Bewusstsein für Gesundheit, Bewegung und Lebensqualität.
Große Laufevents haben die besondere Kraft, Menschen mit unterschiedlichen persönlichen Zielen zu verbinden, zu bewegen und authentische Erlebnisse zu schaffen. Dieser Spirit zeigt sich auch in der engen Zusammenarbeit der Erste Bank mit der Laufcommunity und von Veranstalter:innen untereinander – innerhalb Wiens, über Bundesländergrenzen hinweg (Erste Bank Sparkasse Running – größte Laufinitiative Österreichs) und europaweit, etwa in der neuen Serie der European Marathon Classics.
Inspirierende Impulse gab es bei zwei von Ronny Leber moderierten Panels. Zunächst diskutierten
Hugh Brasher (CEO London Marathon Events) und Kathrin Widu (CEO VCM Group). Danach folgte ein spannender Austausch zwischen Ilse Dippmann (Gründerin Asics Österreichischer Frauenlauf),
Maja Kölich (Leitung Brand Management Erste Bank), Dominik Konrad (CEO VCM Group), Markus Langer (Veranstalter Salzburg Marathon) sowie Hannes Menitz (Veranstalter Erste Bank Vienna Night Run).
Die besten Fotos




























Die besten Aussagen:
Hugh Brasher (CEO London Marathon Events), über …
… den London Marathon und seine Dimensionen: „Wir sind der populärste Marathon Europas, dieses Jahr erwarten wir 60.000 Finisher (2025: 56.640, Anm.). Insgesamt haben sich über eine Million Menschen für die Teilnahme beworben. Viele kommen aus dem Ausland: Der London Marathon ist der viertgrößte Marathon für die USA oder der zweitgrößte Australiens. Es geht jedoch auch um Gesundheit und Well-Being sowie die Frage, wie wir die Menschen in dieser Welt wieder näher zusammenbringen. Wir Menschen sind uns ähnlicher, als wir denken.“
… den Marathon als weltweit größtes Eintages-Fundraising-Event mit insgesamt 1,4 Mrd. gesammelten Euros: „Letztes Jahr wurden über 100 Mio. Euro gespendet. Um 42 Kilometer zu laufen, braucht es Motivation und Charity ist ein guter Motivator. Es geht ja nicht nur um die 60.000 Läufer und die 4 Mio. TV-Zuseher im Vereinigten Königreich, sondern um viel mehr Unterstützer. Wir haben zudem einen Lauf mit 18.000 Schüler:innen. Alle bekommen zehn Pfund und das Geld wird von den Schulen für Computer oder Sportgeräte ausgegeben. Diese Kinder werden 18, 19 Jahre alt sein und später den Marathon laufen.“
… eine Ausdehnung des Events: „Wir arbeiten gemeinsam mit den Behörden daran, dass der Marathon an zwei Tagen stattfinden kann. Der ökonomische Benefit beträgt über eine Viertelmillion Pfund. Das wollen wir verdoppeln und damit steigen auch die Charity-Einnahmen.“
… Zusammenarbeit: „Obwohl das Vereinigte Königreich aus der EU ausgetreten ist, verbinden uns in Europa die Werte. Und man denkt ja oft über Marktanteile nach. Und du kannst eine 20-Zentimeter-Pizza backen und darüber diskutieren, wer wie viel bekommt – oder du machst zusammen eine 30-Zentimeter-Pizza!“
… den Business-Case: „Wir haben tolle Sponsoren, mit Vaseline sogar einen offiziellen Nippel-Protector. (weitere Sponsoren: TCS, New Balance, Apple oder Ford, Anm.). Zu unserer Zielgruppe: Ein Drittel derer, die sich für den Marathon bewerben, sind 18 bis 29 Jahre alt. Der Großteil sind Frauen. Wie viel gibt die Formel 1 aus, um diese Zielgruppe zu erreichen? Events sind zudem unglaubliche Plattformen für Social Media. Man weiß auch nie, was passiert. Neulich lief einer als Big Ben verkleidet. Die Hälfte der Teilnehmer war auch noch nie bei einem Marathon, sie saugen also alles auf, was hier passiert. Und es geht nicht nur um den einen Tag, man kann die Kunden über einen langen Zeitraum ansprechen.“
Kathrin Widu (CEO VCM Group), über …
… die European Marathon Classics: „Die Serie besteht aus acht ikonischen und traditionsreichen Marathons. Bei allen dreht es sich um Sport, Kultur und Tourismus. Wir werden viele Menschen sehen, die diese Challenge machen – und wer fünf Marathons absolviert, bekommt am Ende eine Medaille. Das Tolle ist, dass die Distanzen zwischen den europäischen Orten sehr kurz sind.“
… die Entstehungsgeschichte in einem Pub: „Ich war letztes Jahr auf einer Konferenz und wurde gefragt, ob wir als VCM eine Liga unterhalb der Majors machen können. Meine Antwort war, dass wir daran denken, uns aber die Partner fehlen. Der Race Director des Warschau Marathons hörte das und meinte, dass er unbedingt mit mir sprechen muss. Wir trafen uns am Tag darauf in einem Pub und er präsentierte mir das Konzept European Marathon Classics. Es stellte sich heraus, dass es diese Idee auch in London gab. So hat es angefangen.“
… Zusammenarbeit: „In Wien gibt es mehrere Bewerbe, aber wir wollen die Marathondistanz stärken. Weil der Markt in Österreich sehr klein ist, ist der größere Markt wichtig und wir können voneinander lernen. Zudem geht es um die Zukunft. Aktuell erleben wir einen Laufboom, aber was passiert in ein paar Jahren?“
Maja Kölich (Leitung Brand Management Erste Bank), über …
… Laufsportsponsoring: „Man spürt die Begeisterung der Veranstalter für ihre Events. Wir sind teilweise seit 20 Jahren Partner. Damals haben wir ergründet, wofür unsere Marke steht. Es geht beim Laufen um das Erreichen persönlicher Ziele, man arbeitet an etwas, nicht gegeneinander. Wo gibt es das sonst? Das ist unsere Basis, im Laufsport aktiv zu sein. Letztlich passt körperliche und geistige Gesundheit auch zur finanziellen Gesundheit.“
… die unterschiedlichen Sponsorings bei den vier Läufen: „Wir unterstützen 200 Läufe und sind damit die größte Laufinitiative Österreichs. Die großen Events haben unterschiedliche Ausrichtungen und somit auch unsere Sponsorings. Der Frauenlauf erklärt sich von selbst, der Night Run ist ein Partyevent und geeignet für Mitarbeiter und als Businessevent. Der Salzburg Marathon ist regional und man kann die Stadt anders erleben als gewohnt. Der Vienna City Marathon hat österreichweite Anziehungskraft. Wir haben 1.000 Kolleginnen und Kollegen in unserer Company Zone, über 650, die selbst mitlaufen. Als Sponsor, der mit #glaubandich in die Breite geht, ist das Aktivierungspotenzial von Running nach innen und außen extrem gut.“
Ilse Dippmann (Gründerin ASICS Österreichischer Frauenlauf), über …
… den Frauenlauf: „1986 habe ich in New York den ersten meiner 33 Marathons gefinisht und habe dort die Idee des Frauenlaufs kennengelernt. Heuer findet er zum 38. Mal statt. Wir konnten von 440 Pionierinnen bis zu 35.000 Frauen und Mädchen am Start begrüßen. Ich fühle immer wieder dieses Miteinander, das Gänsehautfeeling am Start und vor allem die Sichtbarkeit von Frauen und Mädchen in Gesellschaft und Sport.“
… die Entwicklung des Laufsports: „Die Entwicklung ist im Moment großartig, das registrieren wir bei unseren Lauftrainings an 65 Standorten. Die Pandemie hat zur Halbierung geführt, aber wir konnten seit 2021 wieder mehr für uns gewinnen. Aktuell sind 25.000 Frauen angemeldet.“
… Sponsoren: „Wir binden sie ganzjährig ein. Es gibt unglaublich viele Sachen, die wir gemeinsam mit unseren Sponsoren machen, vom Morning Run bis zu Wochenendseminaren. Unsere Sponsoren nutzen das auch. Ich sehe keine dunklen Wolken.“
Dominik Konrad (CEO VCM Group), über …
… das Besondere am VCM: „Der Marathon ist riesengroß. Wir bieten Spitzensport in Kombination mit kulturellem Erlebnis. Bei uns stehen 140 Nationen am Start, es gibt Architektur mit Natur, von der Altstadt zu Neubauten bis in den Prater. Dazu sind wir die Welthauptstadt der Musik, wir haben knappe 50 Hotspots entlang der Strecke mit Entertainment. Unsere Fans kommen zudem bei jedem Wetter. Und: 40% unserer Teilnehmer laufen ihren ersten Marathon in Wien. Sie machen diese Erlebnisse das erste Mal. Darum ist es uns wichtig, einen positiven Eindruck zu hinterlassen.“
… Entwicklung der Zielgruppen: „Unsere am stärksten wachsende Zielgruppe sind Frauen zwischen 26 und 30 Jahren. Im Halbmarathon laufen annähernd gleich viele Frauen wie Männer. Beim neuen Tchibo 10k Coffee Run laufen mehr Frauen. Organisatorisch kommen wir aber an die Grenzen.“
… Sponsoring: „Wir als Team lieben kreative und ein bisschen verrückte Inszenierungen. So wurde die Reichsbrücke mit dem Slogan #glaubandich gebrandet. Das kann man sonst nicht auf die Beine stellen. Dann gibt es die #glaubandich-Schlussläufer:innen, die die letzten Finisher anfeuern, alles wird im ORF übertragen. Zusammenfassend: Wir sind für alles offen.“
Markus Langer (Veranstalter Salzburg Marathon), über …
… den Salzburg Marathon: „Wir organisieren die Lauffestspiele der Mozartstadt, eine ganze Woche lang. Dabei denken wir Laufen so weit wie möglich, von Community über Vorträge bis zu Jugend und Nachwuchs. Das Highlight ist der Marathon. Diese Summe aus vielen Teilen macht das Event aus.“
… Entwicklung: „Wir wachsen in die Breite. Wir haben die Anmeldungen für den Erste Bank Halbmarathon so früh wie nie geschlossen. Wenn die Nachfrage steigt, steigt auch das Angebot, also muss man aktiv bleiben und die Community pflegen. Das wird in den nächsten Jahren eines unserer Kernthemen sein. Durch das Dach ‚Lauffestspiele‘ haben wir viele Stories anzubieten.“
… Werbewert: „Paid, owned und earned-Media-Reichweiten ergeben bei allen Veranstaltungen einen Medienwert, den man ungern so bezahlen würde. Unser Team arbeitet das ganze Jahr und wir bieten eine grüne Spielwiese, jeder Sponsor kann sich einbringen.“
Hannes Menitz (Veranstalter Erste Bank Vienna Night Run), über …
… das Besondere am Erste Bank Vienna Night Run: „Wir starteten 2007, nachdem ein Kollege einen Nachtlauf in London gesehen hatte. Das Format gab es noch nicht. Beim Start hatten wir schon 4.000 Teilnehmer. Ilse Dippmann und Andreas Schnabl vom Frauenlauf haben die erste Ausgabe sportlich umgesetzt. Wir konnten auch dank ihrer Hilfe den Lauf auf bis zu 20.000 Teilnehmer pushen. Bei uns geht es nicht um Pace, sondern um Party. Am Start gibt es Konzertstimmung. Hinzu kommt die einzigartige Ringstraße. Das hebt die Stimmung noch einmal an.“
… neue Zielgruppen: „Bei uns laufen manche das erste Mal überhaupt bei einem Laufevent. In den ersten Jahren konnte man die Unter-20-Jährigen an einer Hand abzählen, letztes Jahr machten sie zehn Prozent aus, weitere zehn Prozent sind zwischen 20 und 30. Die Jugend achtet auch mehr auf den Körper, ich orte hier einen Zusammenhang und denke, dass die Laufzielgruppe in Zukunft noch jünger wird.“