Die Universität Klagenfurt baut den Bereich der Sportwissenschaften weiter aus und besetzt zwei neue Professuren. Eine der Stellen wird für fünf Jahre von der 100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung finanziert, die zweite von der Stadt Klagenfurt.
Die neuen Professuren werden am Institut für Sportwissenschaften eingerichtet und mit Robert Csapo im Bereich Trainingswissenschaften sowie Julian Rudisch im Bereich Bewegungswissenschaften besetzt. Mit dem Ausbau sollen Forschung und Lehre im Bereich Bewegung, Gesundheit und Sportwissenschaften weiterentwickelt werden.
Die Universität knüpft damit an bestehende Schwerpunkte an. Das Unterrichtsfach Bewegung und Sport ist bereits Teil des Lehramtsstudiums und bildet angehende Sportlehrerinnen und Sportlehrer aus. Durch die neuen Professuren sollen unter anderem zusätzliche Forschungsschwerpunkte sowie internationale Kooperationen entstehen.
Robert Csapo will sich in seiner Forschung unter anderem mit der Rolle von Training für gesundes Altern beschäftigen. Weitere Themen betreffen Bewegung bei Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas und Typ-2-Diabetes sowie die körperliche Fitness von Kindern und Jugendlichen.
Julian Rudisch beschäftigt sich in seiner Forschung mit der Steuerung menschlicher Bewegung durch das Zentralnervensystem und mit Lernprozessen bei Bewegungen. Ein Schwerpunkt liegt auf neuromotorischen und kognitiven Einschränkungen über verschiedene Lebensphasen hinweg, etwa bei neurologischen Erkrankungen.
Im Zuge des Ausbaus sollen auch internationale Kooperationen gestärkt werden. Dabei spielt unter anderem der Bewegungswissenschaftler Jan Wilke eine Rolle, der seit 2024 eine Professur an der Universität Bayreuth innehat und weiterhin mit der Universität Klagenfurt verbunden ist. Geplant ist unter anderem ein gemeinsames Double-Degree-Programm zwischen beiden Universitäten.
Andreas Grießer, Mitglied des Vorstands der 100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung, sagte: „Die neue Stiftungsprofessur ‚Sportwissenschaften‘ an der Universität Klagenfurt schafft die Grundlage dafür, dass künftig innovative Lehrangebote und qualifizierte Ausbildungsmöglichkeiten in Kärnten entstehen.“
Auch die Stadt Klagenfurt unterstützt den Ausbau. Bürgermeister Christian Scheider erklärte: „Mit der Unterstützung des Bereichs Bewegungswissenschaften will die Landeshauptstadt Klagenfurt die wissenschaftliche Berufsausbildung im Rahmen des Lehramtsstudiums weiter stärken.“
Die Universität sieht in der Weiterentwicklung der Sportwissenschaften auch Potenzial für neue interdisziplinäre Forschungsfelder, etwa in den Bereichen Prävention, Digitalisierung im Gesundheitsbereich und Tourismus.
Landeshauptmann Peter Kaiser erklärte: „Der Ausbau der Sportwissenschaften an der Universität Klagenfurt ist ein starkes und zukunftsweisendes Signal für den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Kärnten. Mit den neuen Stiftungsprofessuren und der Unterstützung durch starke Partner schaffen wir hervorragende Rahmenbedingungen, um Forschung, Lehre und Innovation in einem gesellschaftlich hochrelevanten Bereich in Kärnten gezielt weiterzuentwickeln.“