Angesichts wachsender politischer Spannungen zwischen den USA und dem Iran rückt die Frage in den Fokus, wie die FIFA im Ernstfall mit einer möglichen Nicht-Teilnahme Irans an der Weltmeisterschaft 2026 umgehen würde.
Ein Blick in die Regularien zeigt: Für solche Szenarien existieren klare Vorgaben. Der Iran hat sich als erstes Team sportlich für die WM 2026 qualifiziert, die in den Vereinigte Staaten, Kanada und Mexiko ausgetragen wird. Gleichzeitig haben sich die politischen Beziehungen zwischen den USA und dem Iran zuletzt weiter verschärft. Der Iran steht auf der US-Reiseliste mit umfassenden Einreisebeschränkungen, wobei für Spieler und Betreuer der Nationalmannschaft aktuell Ausnahmen vorgesehen sind. Nach derzeitigem Stand wäre eine Teilnahme des Teams daher möglich.
Dennoch bleibt laut dem Bericht von sportbible.com offen, ob politische Entwicklungen die Teilnahme beeinflussen könnten. Sollte der Iran nicht antreten können oder selbst zurückziehen, greifen die Regularien des FIFA-Weltverbandes. Diese sehen vor, dass ein qualifiziertes Team in der Regel durch eine Ersatzmannschaft aus derselben Konföderation ersetzt wird – meist durch den direkten Nachrücker oder ein bestplatziertes, nicht qualifiziertes Team.
Der Iran hat sich über die asiatische Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert. In diesem Fall kämen laut aktueller Qualifikationslage unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate oder der Irak als mögliche Ersatzkandidaten infrage. Alternativ lassen die FIFA-Regularien auch Anpassungen bei Play-offs oder – in Ausnahmefällen – bei der Gruppeneinteilung zu, falls organisatorische Gründe wie Zeitplan, Visa oder Reisen einen Ersatz erschweren.
Ein historischer Vergleich zeigt, dass Rückzüge von qualifizierten Teams selten sind. Der letzte vergleichbare Fall datiert aus dem Jahr 1950, als mehrere Nationen nach der Auslosung ihre Teilnahme absagten und das Turnier mit weniger Teams als geplant ausgetragen wurde.
Ob ein solcher Schritt im Fall des Iran tatsächlich notwendig wird, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Die FIFA verfügt über festgelegte Mechanismen, um auch auf politische oder organisatorische Ausnahmesituationen reagieren zu können.