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Dazn will Ligue-1-Vertrag neu verhandeln: Drohende Verluste in Milliardenhöhe für französische Klubs

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Der Streamingdienst Dazn strebt laut Berichten eine Neuverhandlung seines 400-Millionen-Euro-Vertrags mit der französischen Profifußballliga (LFP) an. Der Vertrag sichert Dazn die nationalen Übertragungsrechte für acht der neun Ligue-1-Spiele pro Spieltag. Hintergrund sind deutlich geringere Abonnentenzahlen als erwartet.

Um die Investition zu rechtfertigen, hatte Dazn mit mindestens 1,5 Millionen Abonnenten kalkuliert. Tatsächlich wurden bis Ende November 2024 jedoch lediglich 400.000 Kunden gewonnen. Trotz Preissenkungen und Werbeaktionen blieb der Zuwachs aus, was laut RMC Sport nun die Rentabilität des Deals infrage stellt.

Sollte keine Einigung über eine Anpassung des Vertrags erzielt werden, könnte Dazn von einer Ausstiegsklausel Gebrauch machen, die eine Kündigung nach zwei Spielzeiten ermöglicht, falls die Zielmarke von 1,5 Millionen Abonnenten bis Dezember 2025 nicht erreicht wird.

Auch der zweite Rechteinhaber, BeIN Sports, der für ein zusätzliches Spiel pro Spieltag 100 Millionen Euro pro Saison zahlt, hat die Möglichkeit, den Vertrag nach drei Jahren zu beenden. Beide Szenarien könnten die finanzielle Lage der LFP und ihrer Vereine erheblich belasten.

Die Ligue 1 hatte gehofft, mit den Verträgen mit Dazn und BeIN die finanzielle Lücke zu den anderen Top-Ligen Europas zu verringern. Stattdessen drohen nun Unsicherheiten, die die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage der Klubs weiter verschärfen. Nach Schätzungen der Nationalen Kontroll- und Verwaltungsdirektion (DNCG) könnten die Vereine der Ligue 1 und Ligue 2 zusammen Verluste in Höhe von 1,2 Milliarden Euro verzeichnen. Neben den sinkenden Übertragungseinnahmen entfällt auch der einmalige finanzielle Schub durch die Private-Equity-Investition von CVC, was die Situation zusätzlich belastet.

Sollten Dazn und BeIN tatsächlich aus den Verträgen aussteigen, wäre die LFP gezwungen, neue Strategien zu entwickeln. Eine mögliche Lösung könnte darin bestehen, die Pläne für einen direkten Streamingdienst (DTC) wiederzubeleben. Die bisher schwachen Abonnentenzahlen von Dazn in Frankreich werfen jedoch Zweifel auf, ob die LFP mit einem eigenen Dienst ihre ambitionierten Ziele von zwei Millionen Abonnenten und 578 Millionen Euro Jahresumsatz erreichen könnte.

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