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Recap sportsbusiness.at Breakfast Club: „Neuer Laufboom“ – Wie Events, Sponsoren und Regionen profitieren können

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Am Dienstag, 25. März 2025, fand der bereits 22. sportsbusiness.at Breakfast Club statt, dieses Mal gemeinsam mit der Erste Bank und dem Vienna City Marathon. Das Netzwerk-Format widmete sich dieses Mal dem Thema Laufboom, Sponsoring und Tourismus.

Der Laufsport und seine Events erfahren gerade einen neuen Boom: Der Vienna City Marathon verzeichnet so viele Teilnehmer:innen wie noch nie und musste auch so früh wie noch nie die Anmeldung schließen. Mehr Teilnehmer bedeuten auch mehr Fans und Begleiter, noch bessere Stimmung, mehr Chancen für Unternehmen, noch stärke wirtschaftliche und touristische Effekte. Erst vor wenigen Wochen verlängerte die Erste Bank den Sponsoring-Vertrag mit dem VCM um weitere drei Jahre bis 2027.

Welche Gründe hat dieser aktuelle Boom, welche Zielgruppen wachsen derzeit besonders stark, wie können Veranstalter wie der Vienna City Marathon darauf reagieren und Kapazitäten erhöhen, welchen Nutzen kann Hauptsponsor Erste Bank daraus ziehen und welche Effekte haben diese Events auf Tourismus und Wirtschaft?

In einer hochkarätigen Podiumsdiskussion diskutierten Dominik Konrad (Vienna City Marathon), Cordula Lassacher (U23- Halbmarathon Rekordhalterin), Hubertus Rothwangl (Österreich Werbung), Kathrin Widu (Vienna City Marathon) sowie Sebastian Zenker (Erste Bank); moderiert wurde das Event von Ronny Leber.

Die besten Fotos:

Quelle: sportsbusiness.at/Rene Brunhölzl
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Die besten Aussagen:

Sebastian Zenker (Sportsponsoring Erste Bank) über …

… seinen persönlichen Zugang: „Für mich ist es der erste VCM in dieser Funktion. Ich freue mich auf die Eindrücke. Aber es ist natürlich auch mit viel Anspannung verbunden, daher freue ich mich auch, wenn wir alles geschafft haben und es vorbei ist. (schmunzelt) Ich glaube da kann ich auch für Dominik Konrad und Kathrin Widu sprechen: Man möchte einfach das Optimum herausholen. Es knistert in der Luft. Ich freue mich besonders auf dieses emotionale Gefühl rundherum und die ganzen positiven Emotionen im Ziel.“

… den Lauf-Boom aus Sponsoren-Sicht: „Wir merken das natürlich an den Teilnehmerzahlen. Bei den größten Sponsorings, die wir letztes Jahr hatten, hatten wir zehn bis 20 Prozent mehr Teilnehmer. Wir covern circa 200 Läufe in ganz Österreich. Im privaten Umfeld spürt man das auch ganz stark – unter anderem bei uns am Erste Bank Campus. Wir veranstalten Gewinnspiele für Startplätze und könnten intern aktuell die doppelte Anzahl verlosen. Es laufen über 700 Kolleg:innen von der Ersten Bank in ganz Österreich mit.“

… die Zusammenarbeit zwischen der Ersten Bank und dem VCM: „In einer Kooperation arbeitet man gemeinsam zusammen an einem Ziel. Je näher es in Richtung Event geht, desto öfters hört man sich und desto intensiver wird es. Uns als Sponsor ist natürlich wichtig, dass der VCM so erfolgreich ist wie noch nie und die Stimmung positiv ist. Wir haben viele Aktivierungs-Maßnahmen, die wir rundherum setzen.“

… die Gründe für das Engagement: „Wir sind die größte Laufinitiative Österreichs, da darf der Vienna City Marathon als das Highlight im Laufkalender nicht fehlen. Die Erste Bank macht das, um einen Imagetransfer zu generieren. Es gibt einen perfekten Fit mit #glaubandich. Natürlich geht es um Reichweiten, aber am Ende geht es auch um die Emotionen und die positive Assoziation mit der Marke über den Sport. Das wollen wir weitertragen und das sehen wir auch als unsere Aufgabe. Wir aktivieren vor Ort, unser Spruch „Glaub an dich“ taugt den Menschen, es ist nicht nur plakativ unser Logo, sondern erzählt eine Geschichte drumherum. Wir hören intern und extern, dass der Claim den Leuten sehr gut gefällt.“

Kathrin Widu (Geschäftsführerin Vienna City Marathon) über …

… die Emotionen kurz vor dem Event: „Immer, wenn ich die Bilder sehe, bekomme ich Gänsehaut, auch wenn ich das schon über 20 Jahre mache. Es ist fantastisch. Als Veranstalter hat man teilweise schon schlaflose Nächte, aber wir haben ein super Team, sind gut aufgestellt und total bereit, das jetzt am Boden zu bringen und abzuliefern.“

… das größte Teilnehmerfeld aller Zeiten: „Der Boom geht ja über die österreichischen Grenzen hinaus. Das spiegelt sich international bei den größten Events wider. Wir werden um die 45.000 Anmeldungen im System haben – der größte VCM aller Zeiten. Was uns ganz besonders stolz macht, ist, dass der Marathon-Bewerb heuer mit rund 13.000 Teilnehmer:innen auf einem Allzeithoch sein wird.“

… die aktuellen Trends: „Die junge Generation hat andere Anforderungen. Wir brauchen natürlich klassische Inszenierungen, aber wir brauchen auch etwas, wo wir Geschichten erzählen können und etwas Besonderes schaffen können. Die 25- bis 30-Jährigen stellen die größte Teilnehmer-Gruppe dar. Es ist jeder Fünfte in dieser Altersgruppe. Da muss man sich schon gemeinsam mit den Partnern überlegen, was diese Zielgruppe braucht. Generell ist es schon so, dass der Marathon internationaler ist als der Vienna 5K-Bewerb oder die Kinder-Bewerbe. Insgesamt kommen 25 Prozent aus dem Ausland, im Marathon ist es fast 50/50. Die Teilnehmenden werden weiblicher. Was bei den Frauen sehr cool ist, ist, dass bei den 5K mehr Frauen als Männer mitmachen, auch beim Halbmarathon sind wir bei fast bei 50/50.“

… die Rolle von Social Media: „Natürlich spielt das eine sehr große Rolle. Gerade in der jungen Altersgruppe ist das ein großes Entscheidungskriterium. Da spielen andere Medien eine untergeordnete Rolle. Das erachten wir als sehr, sehr wichtig. Junge Menschen haben außerdem unzählige Möglichkeiten, bei uns eingebunden zu werden. Wir haben Kooperationen bei Universitäten, Fachhochschulen oder Vereinen.“

… die Zusammenarbeit mit der Stadt Wien: „Wir haben ein sehr gutes Einvernehmen. Sie wissen schon, was sie an uns haben und unterstützen uns sehr gut, vor allem, was die ganzen behördlichen Sachen angeht. Bei größeren Baustellen in der Stadt werden wir schon im Vorhinein eingebunden. Wir arbeiten auch mit Wien Tourismus zusammen. Wir sind aber auch in harten Diskussionen mit den Wiener Linien, um den Teilnehmer:innen ein gratis Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel an dem Marathon-Wochenende zu ermöglichen. Das gibt es überall anders, zum Beispiel in Berlin, auch schon.“

Cordula Lassacher (U23- Halbmarathon Rekordhalterin) über…

… den Lauf-Boom: „Man spürt den Boom gefühlt überall. Man hat wirklich das Gefühl, die ganze Stadt läuft momentan. Das ist für mich als aktive Athletin cool zu sehen. Ich teile meine Leidenschaft mit ihnen. Ich hoffe, dass es nicht nur beim Trend bleibt. Es ist schön, wenn die Leute was für ihre körperliche, aber auch ihre mentale Gesundheit tun. Laufen ist ja auch eine super soziale Aktivität. Ich bin wirklich froh Läuferin zu sein, in einer Zeit, wo das gesellschaftlich so wertgeschätzt wird.“

… die Bedeutung solcher Events als Österreicherin: „Wir bekommen beim Vienna City Marathon eine einmalige Bühne geboten, die wir leider recht selten bekommen. Durch die mediale Aufmerksamkeit kann man seinen Sponsoren etwas zurückgeben und hofft, noch mehr Unterstützung zu bekommen, um seine Träume zu verfolgen. Meistens sind national und auch international richtig coole Leute am Start und die Strecke ist auch noch schnell. Das macht einfach im Endeffekt richtig viel Sinn dort zu starten.“

… ihre Welt und wie diese aussieht: „Sie ist zum Teil ein bisschen verrückt und das ist auch gut so. Ich muss schauen, dass ich mein Training so gut wie möglich unterkriege und auch im Studium etwas weiter kriege. Heuer steht die U23-WM in Bergen an. Das ist mein großes Ziel. Ich möchte die internationale Konkurrenz zumindest ärgern, das wäre mein Ziel. Danach muss ich den Sprung in die allgemeine Klasse schaffen. Ich habe schon ein bisschen Blut geleckt und bin top motiviert . Das Wort Profi-Sport traue ich mich fast gar nicht in den Mund zu nehmen, weil ich weiß, wie schwierig das ist. Ich träume ein bisschen von der Semi-Professionalität. Das wäre schon viel wert. Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht.“

Dominik Konrad (Geschäftsführer Vienna City Marathon) über …

… den Lauf-Boom: „Jeder, der bei der Haustüre rausgeht, sieht überall Menschen laufen – von jung bis alt. Man kommt am Laufsport gar nicht vorbei. Wenn das so weiter geht, hört man bald neben den Verkehrsmeldungen auch die Staumeldungen bei den Lauf-Hotspots. Vielleicht eine kleine Geschichte aus dem privaten Bereich: Meine Frau hat vor einem Jahr begonnen zu laufen und ist voll reingestürzt und trainiert für den kommenden Marathon auf eine Zeit von drei Stunden. Im Schuhschrank stehen keine Designer-Schuhe mehr, sondern die Adidas Carbon-Schuhe. Im Kühlschrank stehen keine Fruchtsäfte mehr, sondern die Powerrade-Flaschen. So geht es gerade vielen Leuten.“

… das mögliche Wachstum und Grenzen des VCM: „Das ist eigentlich eine philosophische Frage. Wollen wir uns ein Ziel stellen, so groß wie eine Marathon-Major-Veranstaltung zu werden? Wir sollten aber am Boden bleiben und realistisch sein. Wir wollen der Vienna City Marathon für alle sein – von Marathon-Läufern bis hin zu Lauf-Anfängern. Wir sind eine Marathon-Veranstaltung in einer Stadt, die sich jährlich weiterentwickelt und auch viele Baustellen hat. Der Marathon wird sich so entwickeln, wie sich die Stadt entwickelt. Wir haben heuer erstmals mit Crowd-Management-Experten aus Manchester zusammengearbeitet und die Marathon-Strecke metergenau unter die Lupe genommen. Wir haben berechnet, wie viele Teilnehmer:innen wir auf die Strecke bringen können. Wir werden uns nach der Nachfrage richten und uns dementsprechend anpassen und adaptieren.“

Hubertus Rothwangl (Österreich Werbung) über …

… die Aktivitäten der Österreich Werbung: „Im Sinne der Kooperation ist es wichtig hier weiter am Ball zu bleiben, um den Laufsport in Österreich international bekannt zu machen. Aktivurlaub hat spätestens seit der Corona-Pandemie in Österreich extrem zugenommen. Da entwickeln sich auch neue Zielgruppen. Das kann man mit dem Laufsport bündeln.

… den Lauf-Boom aus Sicht der Österreich Werbung: „Ich bin jedes Mal begeistert, wenn Österreich vor den Vorhang geholt wird. Wir haben 19 Büros auf der Welt, bearbeiten über 30 Märkte. Wir wollen diese Bilder in die Welt hinaustragen. Es ist bei solchen Großveranstaltungen immer ein toller Erfolg, wenn das gelingt. Der Lauf-Boom besteht seit mehreren Jahrzehnten. 2004 gab es noch rund 400 Laufveranstaltungen in Österreich, 2014 rund 800, 2024 über 1.000. Der Marathon trägt wesentlich zur Belebung der Stadt bei – auch in wirtschaftlichen Aspekten, in Bezug auf Hotellerie, Gastronomie, aber auch den Einzelhandel. Im Zuge des VCM haben über 126.000 Nächtigungen stattgefunden in Verbindung mit 25 Millionen Euro touristischen Ausgaben, die in diesem Zeitraum stattgefunden haben. Die Menschen bleiben rund drei Nächte, das sind rund 95.000 Personen inklusive Begleitpersonen, die sich in Wien befinden in diesem Zeitraum*. Das trägt auch zum Image bei.“

*Daten aus einer Studie aus dem Jahr 2018

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