Zwei Wochen nach einem ORF-Interview, in dem ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober erstmals öffentlich eine Skihalle in Österreich gefordert hatte, setzt der Österreichische Skiverband das Thema nun konkret auf die Agenda.
Stadlober kündigte die Bildung einer Arbeitsgruppe an – das Feedback der wesentlichen Entscheidungsträger sei fast zu 100 Prozent positiv ausgefallen. „Wir richten in den nächsten Wochen eine Arbeitsgruppe ‚Skihalle' ein. Es haben sich in Österreich schon mehrere Menschen mit dem Thema beschäftigt, die holen wir jetzt zusammen", wird Roswitha Stadlober in der APA zitiert.
Hintergrund ist der zunehmende Druck durch den Klimawandel: Gletscherschmelze und Rekordsommer zwingen die ÖSV-Teams seit Jahren ins Ausland. Der Nachwuchs aus heimischen Leistungsschulen verbringt laut Stadlober zwischen 20 und 30 Tage pro Sommer in Skihallen – in Litauen, in Hamburg-Wittenburg oder den Niederlanden. Polen baut derzeit zwei solcher Anlagen. Auch Marcel Hirscher nutzte auf seinem Weg zurück in den Weltcup Skihallen in den Niederlanden und Deutschland.
Für Stadlober steht fest, dass Österreich als selbst ernannte Skination Nummer eins über kurz oder lang entsprechende Infrastruktur braucht – einerseits, damit Kinder aus Ballungsregionen trotz veränderter Schneeverhältnisse früh mit dem Skisport in Berührung kommen, andererseits damit der Spitzensport an der Technik arbeiten kann. „Skihalle ist die Zukunft", betonte die 63-Jährige. Das gesellschaftliche Klima habe sich dazu gewandelt: „Vor zehn Jahren hätte es nur ‚Energiefresser' und ‚Für was brauchen wir das?' geheißen. Aber das hat sich gewandelt." Seit sie das Thema öffentlich platziert habe, sei nur eine einzige, sehr negative Reaktion eingegangen.
ÖSV-Generalsekretär Jan Überall betonte, dass ein solches Projekt breit gedacht werden müsse: „Eine Skihalle ausschließlich für den Rennsport wird sich nicht spielen. Das muss groß gedacht werden." Zunächst gehe es darum, Bewusstsein zu schaffen und die breite Öffentlichkeit mit dem Gedanken vertraut zu machen. Stadlober will sich dafür mit [...]