Der Sportartikelriese steckt tiefer in der Krise als bisher angenommen: Nike kündigt eine weitere Restrukturierungsrunde an und prognostiziert für das Geschäftsjahr 2027 einen deutlichen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich.
Elliott Hill, seit gut einem Jahr CEO des Konzerns, hat einen weiteren Stellenabbau angekündigt, dessen genaues Ausmaß noch nicht feststeht. Die Entlassungen sollen ab 2027 beginnen und sind Teil eines umfassenden Restrukturierungsprogramms, das bis 2031 Einsparungen von rund 2,5 Milliarden Dollar bringen soll. Parallel dazu reorganisiert Nike sein Betriebsmodell: Statt bisher vier soll der Konzern künftig in drei geografischen Regionen operieren – Americas, Asien-Pazifik und Greater China sowie EMEA.
Besonders alarmierend ist die Entwicklung in China. Dort sank der Umsatz im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres um 26 Prozent auf konstanter Währungsbasis – der neunte Rückgang in Folge. China ist Nikes drittgrößter Markt und macht rund 15 Prozent des Jahresumsatzes aus. Heimische Wettbewerber und internationale Konkurrenten gewinnen zunehmend Marktanteile. Ab Januar will Nike die Online-Verkaufsrechte einiger großer Handelspartner in China entziehen, um die Preiskontrolle zu verschärfen – ein riskanter Schritt, dessen Wirkung laut Analysten mehrere Quartale in Anspruch nehmen dürfte.
Der Gesamtumsatz im ersten Quartal lag bei 11,21 Milliarden Dollar, knapp unter den Analystenerwartungen von 11,32 Milliarden Dollar. Die Nike-Aktie reagierte im nachbörslichen Handel mit einem Minus von [...]