Die NFL hat beim jährlichen Ligatreffen in Florida weitreichende Änderungen beschlossen – darunter den offiziellen Einsatz der Hawk-Eye-Technologie zur Vermessung von First Downs. Die traditionelle „Chain Gang“ verliert damit ihre zentrale Rolle.
Ab der kommenden Saison wird die virtuelle Linie für ein neues First Down primär durch das System ermittelt, das aus acht 8K-Kameras besteht und die Ballposition präzise verfolgt. Die Daten laufen im zentralen NFL-Officiating-Center in New York zusammen und werden in das Instant-Replay-System eingebunden. Innerhalb von rund 30 Sekunden soll ein virtuelles Bild für Stadionbesucher und TV-Zuschauer zur Verfügung stehen. Der bisherige Prozess mit der Kette dauerte laut Ligaangaben etwa 70 Sekunden und soll künftig nur noch ergänzend verwendet werden.
Vertagt wurde von der NFL hingegen die erwartete Entscheidung über ein Verbot des sogenannten „Tush Push“ – ein Spielzug, bei dem der Quarterback beim Sneak von Mitspielern von hinten über die Linie gedrückt wird. Der Vorschlag der Green Bay Packers, dieses Schieben per Regel zu unterbinden, wurde vorerst nicht zur Abstimmung gebracht. Die Liga begründete dies mit dem Wunsch, den Beteiligten mehr Zeit zur Prüfung aller Auswirkungen einzuräumen. Eine Abstimmung könnte beim nächsten Owners Meeting Mitte Mai erfolgen. Für eine Regeländerung wären 24 von 32 Stimmen notwendig.
Bereits beschlossen wurden zwei weitere Regeländerungen: Künftig beginnt ein Drive nach einem Touchback beim Kickoff an der 35-Yard-Linie statt wie bisher an der 30-Yard-Linie. Der im Vorjahr eingeführte „dynamische Kickoff“ wird dauerhaft in das Regelwerk aufgenommen.
Auch in der Overtime gibt es eine Neuerung: In der Regular Season wird künftig – wie schon in den Playoffs – beiden Teams garantiert, mindestens einen Offense-Drive zu erhalten. Die Dauer der Overtime bleibt mit zehn Minuten jedoch kürzer als in der Postseason (15 Minuten).