Netflix steht vor einem Wandel in seiner Sport-Strategie. Der Streaming-Riese, der lange zögerte, teure Sportrechte zu erwerben, hat nun ein umfassendes Rechtepaket für die FIFA Frauen-WM 2027 und 2031 sowie die Rechte für die WM 2030 in Spanien gesichert. Der Deal mit IMG als Produktionspartner für die Frauen-WM markiert dabei den bisher ambitioniertesten Schritt in Richtung Live-Sport.
Die Partnerschaft zwischen Netflix und IMG gilt als wegweisend für die nächste Phase des Sport-Streamings. Auf der Branchenkonferenz Leaders Week London erläuterten Brandon Riegg, Vice President of Nonfiction Series and Sport bei Netflix, und Adam Kelly, President von IMG, die strategische Logik dahinter: Netflix sieht sich nicht als klassischen Sportrechte-Halter, sondern als Plattform für neue und weniger engagierte Fans. „Wenn Sie Ihre bestehende Fanbasis bedienen wollen, gibt es viele gute Optionen. Wenn Sie Menschen erreichen wollen, die entweder abgewandert sind oder noch nie Fans waren, sind wir in einer guten Position, dieses Wachstum zu ermöglichen", so Riegg.
Für IMG bedeutet die Zusammenarbeit einen strategisch wichtigen Schritt in einer Übergangsphase. Das Unternehmen, inzwischen Teil von TKO Holdings, hat mit dem Verlust der Premier-League-Produktion einen Rückschlag erlitten, ist aber weiterhin stark im Frauenfußball engagiert – mit MLS, NWSL und WSL als Referenzprojekten. Kelly ist überzeugt, dass Netflix dem Frauensport erheblichen Auftrieb geben wird: „Die Frauen-WM wird unglaubliche Zuschauerzahlen erzielen und das gesamte Fußball-Ökosystem und den Sport allgemein voranbringen."
Das Geschäftsmodell dahinter geht über reine Übertragungsrechte hinaus. Netflix kombiniert Live-Events mit Dokumentationen, Podcasts und begleitendem Content – ein Ansatz, der aus Serien wie „Drive to Survive" entstanden ist und auf eine breite Öffentlichkeit abzielt, die über bloße [...]