Die Mehrheit der Fußballfans in Frankreich verfolgt Spiele der Ligue 1 über illegale Streams. Das geht aus Daten hervor, die von der Ligue de Football Professionnel (LFP) bei einer Konferenz der Association for the Protection of Sports Programmes (APPS) vorgestellt wurden.
Demnach haben 59 Prozent der rund 9,9 Millionen Fußballfans in Frankreich in dieser Saison Spiele über piratierte Plattformen verfolgt. Die Liga geht zudem davon aus, dass etwa 20 Prozent der Fans Ligue-1-Partien ausschließlich illegal schauen und über kein aktives Abonnement der offiziellen Plattform Ligue 1+ oder beim Pay-TV-Sender BeIN Sports verfügen.
Douglas Lowenstein, Legal Director von LFP Media, erklärte laut L’Equipe, dass die Piraterie „zu einem Verlust von mehreren hundert Millionen Euro für Ligue 1+“ führe. Zudem prognostizierte er, dass etwa „ein Fünftel der Fußballfans sich grundsätzlich weigert, für Fußballübertragungen zu bezahlen“.
Die Zahlen werden zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, an dem französische Behörden verstärkt gegen illegale Streamingangebote vorgehen. In der nordfranzösischen Stadt Arras wurden zuletzt 20 Nutzer illegaler IPTV-Dienste zu Geldstrafen zwischen 300 und 400 Euro verurteilt.
Die LFP hatte den eigenen Streamingdienst Ligue 1+ vor der Saison 2025/26 gestartet, nachdem kein langfristiger nationaler Medienrechtepartner gefunden werden konnte. Zuvor war ein Medienrechtevertrag im Wert von 3,25 Milliarden Euro mit Mediapro im Jahr 2020 gescheitert.
Seit dem Start hat Ligue 1+ nach Angaben der Liga mehr als eine Million Abonnenten gewonnen. Das monatliche Abo kostet 14,99 Euro, für Fans unter 26 Jahren wird ein reduzierter Preis von 9,99 Euro angeboten.
Um die Reichweite zu erhöhen, hat die LFP Vertriebsvereinbarungen unter anderem mit den Telekommunikationsanbietern Orange und Bouygues Telecom sowie mit den Streamingplattformen Amazon Prime Video und DAZN geschlossen. Eine Kooperation mit Canal+, dem größten Pay-TV-Anbieter Frankreichs, kam bislang jedoch nicht zustande.