Die spanische LaLiga und die Edge-Cloud-Plattform Fastly haben eine Kooperation zur Bekämpfung illegaler Sportstreams angekündigt. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung technischer Lösungen, mit denen nicht autorisierte Übertragungen von Spielen schneller erkannt und entfernt werden können.
Nach Angaben von LaLiga verursacht Piraterie bei den Klubs jährlich Einnahmeverluste zwischen 700 und 800 Millionen US-Dollar (rund 600 bis 700 Millionen Euro). Beide Organisationen arbeiten deshalb an einem Innovationsprojekt, das Plattformen bei der Erkennung und Entfernung illegaler Inhalte unterstützen und gleichzeitig Rechteinhabern helfen soll, den wirtschaftlichen Wert ihrer Inhalte zu schützen.
Die Zusammenarbeit begann bereits im vergangenen Jahr. Hintergrund ist die große Zahl nicht autorisierter Streaming-Seiten, die an Spieltagen Live-Sport übertragen. Fastly entwickelte dafür ein Erkennungssystem, das mithilfe von künstlicher Intelligenz und eigenen Inhaltssignalen illegale Streams in Echtzeit identifizieren soll.
Eine Studie des Beratungsunternehmens Grant Thornton aus dem Jahr 2025 zeigt die Dimension des Problems: Demnach wurden im Jahr 2024 weltweit mindestens 10,8 Millionen nicht autorisierte Weiterübertragungen von Live-Events registriert. Mehr als 81 Prozent dieser Streams wurden nicht gestoppt, während lediglich 2,7 Prozent innerhalb der ersten 30 Minuten eines Events entfernt wurden.
Die von Fastly entwickelte Lösung soll Plattformbetreibern ermöglichen, illegale Inhalte schneller und präziser zu entfernen und damit das Zeitfenster für Piraterie deutlich zu verkleinern.
LaLiga-Präsident Javier Tebas verwies darauf, dass die Liga bereits Fortschritte bei der Bekämpfung illegaler Streams erzielt habe. „Bei LaLiga ist es uns gelungen, die Piraterie unserer Streams in Spanien während der Saison 2024/25 durch eine umfassende End-to-End-Strategie mit Fokus auf rechtliche, bildungsbezogene, institutionelle und technologische Maßnahmen um 60 % zu reduzieren“, sagte Tebas. „Dieser Erfolg ist zu einem großen Teil unserem Partnernetzwerk zu verdanken. Partner wie Fastly ermöglichen es uns, weiterhin neue und effektivere Wege zur Bekämpfung von Piraterie an der Wurzel zu erkunden. LaLiga bleibt fest entschlossen, Piraterie ein Ende zu setzen, und dieses Ziel zu erreichen erfordert die Zusammenarbeit aller Beteiligten.“
Die Initiative ist Teil eines größeren Ansatzes, bei dem bestätigte Pirateninhalte von Plattformen gemeldet und schneller entfernt werden sollen. Fastly und LaLiga arbeiten dabei auch mit Technologieunternehmen, Medienhäusern und Regulierungsbehörden zusammen, um entsprechende Softwarelösungen und Best Practices zu entwickeln.
Fastly setzt dabei nach eigenen Angaben auf eine präzisere Erkennung einzelner Inhalte statt auf großflächige regionale Sperren. „Im Gegensatz zu alternativen Ansätzen, die auf regionalem Blocking basieren, setzt unsere Strategie auf Präzision. Fans können das Spiel ungestört genießen, während die Inhalte vor dem Missbrauch durch Kriminelle geschützt werden“, sagte Kelly Shortridge, Chief Product Officer bei Fastly. „Bei Fastly lieben wir es, gemeinsam mit unseren Kunden an ihren schwierigsten Herausforderungen zu arbeiten, und wir freuen uns darauf, unsere Zusammenarbeit mit LaLiga fortzusetzen, um Inhaber von Urheberrechten weltweit zu schützen.“