Die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles haben bereits mehr als 2 Milliarden US-Dollar an Sponsoring- und Lizenzvereinbarungen abgeschlossen. Damit übertreffen sie zwei Jahre vor der Eröffnungsfeier bereits den Wert von Paris 2024.
Wie die Los Angeles Times berichtet erzielten die Organisator:innen allein im Jahr 2025 rund 1 Milliarde US-Dollar an neuen Verträgen, darunter Partnerschaften mit Honda, Uber, Intuit, Google und Starbucks. Weitere Großdeals im Umfang von jeweils über 100 Millionen US-Dollar sollen Anfang 2026 folgen, so John Slusher, verantwortlich für den Bereich Revenue im LA28-Komitee.
Die Sponsoringerlöse umfassen Geldleistungen sowie Sach- und Serviceleistungen – etwa Namensrechte, Sportausrüstung, Marketinginventar oder Gesundheitsdienstleistungen. Insgesamt sollen 2,5 Milliarden US-Dollar aus Sponsoring und Lizenzierung generiert werden, womit dieser Bereich die wichtigste Einnahmequelle der Spiele darstellt. Slusher sprach gegenüber der *Los Angeles Times* von einer „außergewöhnlich gut laufenden“ Entwicklung und einem klaren Zeichen für die anhaltende Attraktivität der Olympischen Spiele.
Das hohe Sponsoringvolumen soll Los Angeles finanziell entlasten. Die Stadt sieht sich bereits mit Budgetkürzungen bei Polizei und Feuerwehr konfrontiert. Für den Fall von Kostenüberschreitungen stehen zunächst 250 Millionen US-Dollar der Stadt und – falls nötig – weitere 250 Millionen US-Dollar des Staates Kalifornien bereit. Darüber hinausgehende Risiken müsste Los Angeles tragen.
Der aktuelle Budgetrahmen liegt laut einer Präsentation vor dem Stadtrat bei 7,15 Milliarden US-Dollar – rund 4 Prozent mehr als 2024 und deutlich über der ursprünglichen Schätzung aus dem Jahr 2017 (5,3 Milliarden US-Dollar).
Ein Blick auf frühere Austragungen zeigt: Los Angeles war 1984 die erste Olympiastadt, die einen Überschuss erwirtschaftete, vor allem dank eines damals neuen Sponsoringmodells. Paris 2024 meldete zwar ebenfalls ein Plus, lag jedoch mit 1,3 Milliarden US-Dollar Sponsoringeinnahmen deutlich hinter Tokio 2020 (3,2 Milliarden US-Dollar).
LA28 erwartet zudem 2,5 Milliarden US-Dollar aus Ticketverkäufen. Die Registrierung für den Kauf von rund 14 Millionen Tickets startet im Januar. Das IOC plant, rund 948 Millionen US-Dollar beizusteuern, unter anderem aus TV-Rechten und globalen Partnerschaften. Zu den weltweiten Sponsoren zählen derzeit Airbnb, Alibaba, Coca-Cola, Deloitte und Visa.
Die Organisator:innen halten die Kosten niedrig, indem sie überwiegend bestehende Sportstätten nutzen. Sicherheits- und Verkehrsausgaben sowie mögliche Defizite liegen jedoch weiterhin bei kommunalen, staatlichen und föderalen Stellen. Der sogenannte „Big Beautiful Bill“ von Präsident Donald Trump sieht 1 Milliarde US-Dollar an Bundesmitteln für Sicherheit und Planung der Spiele vor.
Trump hatte wiederholt angedeutet, die Olympischen Spiele oder sogar WM-Spiele 2026 aus Los Angeles abzuziehen, sollte er die Sicherheitslage als kritisch einstufen. Slusher hält dieses Szenario gegenüber der Los Angeles Times jedoch für äußerst unwahrscheinlich: „Ich kann mir keine Welt vorstellen, in der Los Angeles nicht großartige Spiele ausrichtet.“