Ein Jahr nach ihrem Amtsantritt als Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) steht Kirsty Coventry vor wichtigen Entscheidungen für die Zukunft der Olympischen Spiele.
Bei einer außerordentlichen IOC-Generalversammlung in Lausanne sollen zentrale Reformen beschlossen werden, die das olympische Programm langfristig verändern könnten. Im Mittelpunkt steht ein Vorschlag, wonach künftig nicht mehr komplette Sportarten, sondern einzelne Disziplinen über ihre olympische Zukunft bewertet werden sollen.
Damit könnte das IOC ab den Olympischen Spielen 2032 in Brisbane wieder ein schlankeres Wettkampfprogramm anstreben. Disziplinen mit hoher globaler Reichweite und breiter internationaler Beteiligung würden dadurch bessere Chancen auf einen Verbleib im Programm erhalten als Wettbewerbe mit begrenzter Verbreitung oder hohem Infrastrukturbedarf.
„Wir haben sehr genau erkannt, dass wir nicht immer weiter wachsen können: größer, größer, größer“, sagte Kirsty Coventry. Olympia sei das „wichtigste Gut“ des IOC.
Die Pläne stoßen bereits auf Widerstand. Mehrere Sportarten und Disziplinen, darunter die Nordische Kombination, das Gehen oder einzelne Snowboard-Bewerbe, könnten langfristig unter Druck geraten. Auch etablierte olympische Sportarten wären von einer stärkeren Leistungs- und Reichweitenbewertung betroffen.
Coventry machte deutlich, dass das IOC künftig wieder stärker über die Zusammensetzung des Programms entscheiden möchte. „Wir sind der Meinung, dass wir die Kontrolle über das Programm zurückgewinnen müssen. Wir sind hier verantwortlich, das ist unser Produkt“, erklärte die IOC-Präsidentin.
Neben der Programmreform sorgt auch die Diskussion um Preisgelder bei Olympischen Spielen weiterhin für Debatten. Coventry sprach sich gegen direkte Erfolgsprämien nach dem Vorbild anderer Sportveranstaltungen aus. Stattdessen müsse der Fokus auf einer breiteren Unterstützung aller Olympiateilnehmer liegen. [...]