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Formula E setzt weiter auf Wachstum statt kurzfristige Gewinne

(c) IMAGO | PsnewZ

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Die Formel-E-Serie nimmt anhaltende Verluste in Kauf, um langfristig ihr wirtschaftliches und sportliches Potenzial auszuschöpfen. Das erklärte CEO Jeff Dodds mit Blick auf die aktuelle Finanzlage und die strategische Ausrichtung der Rennserie.

Die vollelektrische Rennserie Formula E befindet sich in ihrer zwölften Saison, hat bislang jedoch noch keinen operativen Gewinn erzielt. Laut den jüngsten Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2023/24 beliefen sich die Vorsteuerverluste auf 78,3 Millionen Euro – ein Höchstwert in der Geschichte der Serie und nahezu eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr.

Jeff Dodds betonte gegenüber Blackbook Motorsport, dass diese Entwicklung das Ergebnis einer bewussten strategischen Entscheidung sei. Zwar wäre es möglich, die Formel E bereits jetzt profitabel zu führen, dies würde aus seiner Sicht jedoch die künftigen Entwicklungsmöglichkeiten deutlich einschränken. Stattdessen setze man auf Investitionen in Technologie, den Ausbau des Rennkalenders sowie neue Formate und Marketingmaßnahmen, um neue Zielgruppen zu erschließen und den langfristigen Wert der Serie zu steigern.

Eine zentrale Rolle spielt dabei der Mehrheitseigentümer Liberty Global, der 2024 die Kontrolle über die Formel E übernommen und seinen Anteil auf 65 Prozent erhöht hat. Dessen CEO Mike Fries sehe die Serie ausdrücklich als langfristiges Wachstums- und Investmentprojekt. Ergänzend wird die Formel E vom saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund unterstützt, der als Minderheitsinvestor beteiligt ist.

Die Geschäftszahlen zeigen, dass die Gesamterlöse der Serie im Jahr 2023/24 bei rund 189,6 Millionen Euro lagen, was einem Rückgang von 13,7 Prozent entspricht. Im Sponsoringbereich bleibt der Titelpartner ABB ein wesentlicher Faktor, während die Einnahmen aus Medienrechten vergleichsweise gering ausfallen. Diese werden von Marktexperten auf etwa fünf Millionen US-Dollar pro Jahr geschätzt. Die Formel E verfolgt dabei bewusst eine Reichweitenstrategie mit starkem Fokus auf frei empfangbare TV-Verbreitung, anstatt kurzfristig höhere Erlöse aus exklusiven Medienrechten zu erzielen.

Dodds unterstrich, dass genau diese Investitionen in Reichweite, Technologie und Produktentwicklung notwendig seien, um den langfristigen Unternehmenswert der Formel E zu maximieren. Ein reiner Fokus auf kurzfristige Rentabilität würde aus seiner Sicht verhindern, das volle wirtschaftliche Potenzial der Rennserie auszuschöpfen.

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