Die französische Milliardärsfamilie Pinault erwägt laut einem Bericht von Bloomberg den Verkauf ihres 29-prozentigen Anteils am deutschen Sportartikelhersteller Puma.
Über das Investmentvehikel Groupe Artémis, das auch den Luxuskonzern Kering kontrolliert, führt die Familie derzeit Gespräche mit potenziellen Käufern – darunter laut Medienberichten auch die chinesischen Unternehmen Anta Sports Products und Li Ning Co.
Artémis war 2018 nach einer Neuaufstellung von Kering bei Puma eingestiegen, nachdem sich Kering stärker auf das Luxussegment konzentrieren wollte. Seither sieht sich Artémis zunehmender Kritik von Investoren ausgesetzt – vor allem wegen der hohen Schulden, die das Unternehmen bei der Diversifizierung seines Portfolios angehäuft hat.
Die Puma-Aktie hat im vergangenen Jahr rund 50 Prozent ihres Werts verloren. Das Unternehmen kämpft aktuell mit stagnierendem Wachstum, sinkendem Nettogewinn und geopolitischen Unsicherheiten. Im zweiten Quartal 2025 wies Puma einen Nettoverlust von 247 Millionen Euro aus. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun einen Umsatzrückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich und einen Verlust beim EBIT.
Um die wirtschaftliche Wende zu schaffen, setzt Puma auf ein umfassendes Restrukturierungsprogramm unter dem Namen „nextlevel“. Ziel ist eine EBIT-Marge von 8,5 Prozent bis 2027. Im Zuge der Neuausrichtung wurde zudem der langjährige Adidas-Manager Arthur Hoeld als neuer Vorstandsvorsitzender berufen. Er folgte im Juli 2025 auf Arne Freundt, der seit 2022 an der Spitze des Unternehmens stand.
Neben der Erschließung neuer Märkte und Zielgruppen durch eine globale Marketingkampagne wird auch die Markenpositionierung überarbeitet. Diese Maßnahmen sollen Puma künftig deutlicher von Wettbewerbern wie Nike, Adidas, On oder Hoka abgrenzen.
Ob es tatsächlich zu einem Anteilsverkauf kommt, ist derzeit noch offen. Bloomberg berichtet, dass die Familie Pinault bei einer möglichen Transaktion eine erhebliche Prämie anpeilt. Eine Entscheidung ist bislang nicht gefallen.