Ex-ÖFB-Präsident und ehemalige Generaldirektor der Energie AG Oberösterreich, Leo Windtner, ist tot. Der 74-Jährige dürfte am Freitagvormittag beim Aufstieg auf den Traunstein einen Herzstillstand erlitten haben, berichtet der ORF.
Laut dem Bericht sei es zu dem medizinischen Notfall bei einem markanten Punkt, auf Höhe der Leiter beim Naturfreundesteig, gekommen sein. Windtner wurde mit dem Notarzthubschrauber noch vom Berg geflogen. Das Team hatte noch versucht ihn wiederzubeleben, jedoch erfolglos.
Der Fußball begleitete Leo Windtner sein gesamtes Leben. In Sankt Florian bei Linz war er Kapitän der Fußballmannschaft und zehn Jahre lang Bürgermeister. Gleichzeitig machte er Karriere in der Energiewirtschaft. 1994 wurde er Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der Energie AG und führte diese 22 Jahre lang.
Zwölf Jahre lang stand er dem ÖFB als Präsident vor. Die Ernennung von Teamchef Marcel Koller und die erstmalige Qualifikation für eine Europameisterschaft waren Meilensteine seiner Amtszeit. Windtner verstarb drei Wochen vor seinem 75. Geburtstag. Er war verheiratet und Vater von drei Töchtern.
Offizielle Pressemitteilung des ÖFB:
Der ÖFB und die gesamte österreichische Fußballfamilie trauern um Ehrenpräsident Leo Windtner, der am Freitagvormittag im 75. Lebensjahr völlig unerwartet verstorben ist.
Mit ihm verliert der heimische Fußball nicht nur einen langjährigen Spitzenfunktionär, sondern vor allem eine Persönlichkeit, die mit unermüdlichem Einsatz, strategischem Weitblick und menschlicher Wärme den österreichischen Fußball geprägt hat.
„Leo Windtner hat den ÖFB und den österreichischen Fußball über viele Jahre mit viel Herz und Verstand geführt. Er war ein Präsident, der nah bei den Menschen war und den Sport als verbindende Kraft verstand. Sein jahrzehntelanger persönlicher Einsatz, seine Visionen und insbesondere seine charismatische Persönlichkeit werden unvergessen bleiben und den Fußball in Österreich noch lange prägen. Wir werden das Wirken und Andenken unseres Ehrenpräsidenten Leo Windtner mit großem Respekt und Dankbarkeit bewahren und fortführen“, würdigt ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll den Verstorbenen.
Von 2009 bis 2021 stand Leo Windtner an der Spitze des ÖFB. Unter seiner Führung erlebte der österreichische Fußball sportliche Höhepunkte wie den Einzug des Frauen-Nationalteams ins EM-Semifinale 2017 oder das Erreichen des Achtelfinales bei der UEFA EURO 2020 der Männer. Die gemeinsamen Reisen mit den Nationalteams haben ihm stets ganz besondere Freude bereitet.
In seiner Präsidentschaft wurden wichtige Akzente in den Bereichen Nachwuchs- und Frauenfußball, gesellschaftliche Integration und Ehrenamt gesetzt.
Der Oberösterreicher verstand Fußball stets als „mehr als Sport“. Für ihn war er ein gesellschaftlicher Faktor, ein verbindendes Element über Generationen, Regionen und Kulturen hinweg. Mit Leidenschaft und Diplomatie führte er den ÖFB durch Herausforderungen, baute Brücken zu Partnern und Institutionen und setzte auf eine offene, zukunftsorientierte Ausrichtung des Verbandes.
Auch nach seinem Rückzug aus dem Amt im Herbst 2021 blieb er dem Fußball eng verbunden – als Ehrenpräsident, der weiterhin mit wachem Blick und aufrichtigem Interesse die Entwicklung des österreichischen Fußballs begleitete.
Im März war Leo Windtner bei der Gleichenfeier des ÖFB Campus in Wien Aspern als Ehrengast vor Ort. Den Pflock für die Entstehung einer neuen Heimat für den ÖFB und seine Nationalteams hatte Windtner am Ende seiner Präsidentschaft eingeschlagen.
Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie und seinen Freunden. Wir sind dankbar für alles, was Leo Windtner in all den Jahren für den ÖFB und den österreichischen Fußball geleistet hat.