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„Events verbessern Kundenbeziehungen“ [Exklusiv]

© sportsbusiness.at / Philipp Hutter

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Die Weltmeisterschaft zieht Milliarden Menschen in ihren Bann. Daraus ergeben sich attraktive Business-Möglichkeiten – auch für Unternehmen, die keine offiziellen Sponsoren sind. Im Panel „Fokus WM-Business“ erörterten Mitch Andric (Sportfive), Hanno Egger (Sporteo), Martin Kaswurm (Chaka2) und Markus Klausmann (Stats Perform) die Vorzüge der WM für die Wirtschaft.

Wie können Unternehmen abseits von Sponsoring die WM nutzen? Welche nachhaltigen Effekte können generiert werden? Und in welchen Bereichen öffnet der Großevent Türen für neues Business? Diesen und weiteren Fragen widmete sich beim sportsbusiness.at-WM-Summit das Panel „Fokus WM-Business“. Die spannenden Key-Insights moderierte Anna Wallner (Die Presse).

Die Highlights im Video

Mitch Andric, Director Hub Vienna Sportfive, über …

… Hospitality als Strategie: „Sportfive möchte vermitteln, dass gelebte Hospitality ein strategischer Hebel sein kann: Ich kann aus einem Kunden einen Partner machen. Unsere Pakete umfassen VIP-Ticketing, Seating, Catering und Entertainment – im US-Style. Einige Spiele haben eine extrem hohe Nachfrage, etwa die Partien in New York. Als exklusiver Vertriebsagent bieten wir weltweit für alle Standorte Packages an – und es gibt noch Restkontingente.“

… die vermeintliche Schwächung der Nachfrage durch die schwierige Anreise: „Es ist immer die Frage, woran man das festmacht. Der Vergleich mit der EM in Deutschland ist schwierig, das war aufgrund der Nähe einfach. Ich bin beispielsweise mit dem Pkw von Wien losgefahren und war so bei mehreren Spielen. Bei Übersee-Events ist die Logistik komplexer, aber das Interesse bleibt hoch.“

… die Einreise: „Unsere Kunden fragen schon nach den Einreisebestimmungen. Das sind aber keine Hürden, die nicht zu nehmen sind. Im Gegenteil: Diese Vorgaben können auch zu einem höheren Sicherheitsgefühl führen.“

… Events in Zeiten von KI: „92 Prozent der befragten Unternehmer gaben an, dass ihre Kundenbeziehungen durch Events verbessert wurden. Ich weiß nicht, inwiefern KI dabei helfen kann und wird. Sie ist zwar nützlich, hat aber mit Emotionen wenig zu tun.“

Hanno Egger, Verwaltungsrat Sporteo, über …

… den Impact von Großevents: „Es werden Euphorie und Aufmerksamkeit ausgelöst. Auf einmal steht das ganze Land voll Vorfreude und Emotionen hinter dem Team. Diese erhöhte Aufmerksamkeit birgt Chancen, damit Marken sich in diesem emotionalen Umfeld wirksam positionieren können.“

… modernes Sponsoring: „Die Aufmerksamkeit vor einer Weltmeisterschaft ist vielfach höher als normal. Es interessieren sich auch Leute für den Fußball, die dies sonst nicht tun. Die Firmen können dann spezifische Packages zusammenstellen. Sponsoring ist heutzutage nämlich mehr als eine Werbebande; Hospitality ist ein wichtiger Teil davon.“

… erfolgreiche Werbe-Cases: „ImmoUnited hat diese Aufmerksamkeit mit dem Werbespot mit Ralf Rangnick und Marko Arnautović genutzt. Deren Bekanntheit wurde verwendet, um sich selbst in Szene zu setzen. Glorify, Hersteller von unzerbrechlichen Sportbrillen, hat ein Produkt auf den Markt gebracht und mit dem Teamchef geworben: Zur Weltmeisterschaft bringen sie eine Limited Edition auf den Markt. Noch ein Beispiel ist der Rasendoktor, der ebenfalls mit dem Teamchef und dem WM-Rasen wirbt.“

Martin Kaswurm, CEO & Founder Chaka2, über …

… das Potenzial von Großevents: „Die WM und die Olympischen Spiele führen dazu, dass wir unsere Dienstleistungen sehr gut anbieten können: Der Markt ist riesig, und somit gibt es auch für uns ein Stück vom Kuchen.“

… die USA als Wachstumsmarkt: „Als wir unsere Firma in den USA eröffnet haben, haben wir mit der Außenwirtschaft Austria eine Reise entwickelt. Mittlerweile sind wir in der vierten Auflage. Die Teilnehmer:innen besuchen in New York alle Top-Organisationen wie die NFL oder MLS. All das war so erfolgreich, dass wir einen Ableger für Saudi-Arabien konzipiert haben und mit weiteren Ländern im Gespräch sind. Das Ziel ist es, letztlich Geschäfte und Steuereinnahmen in Österreich zu generieren. Es gibt für dieses Jahr noch Restplätze. 2027 und 2028 wollen wir übrigens an die Westküste gehen – Amerika bleibt wegen der Olympischen Spiele in Los Angeles in den nächsten Jahren hochgradig interessant.“

… die Beziehung USA und Europa: „Wir wollten bewusst in den USA sein und ein Netzwerk aufbauen, um unseren Kunden einen guten Preis anzubieten und von der Beziehung unabhängig zu sein. Die Politik können wir eben nicht beeinflussen. Zudem kommen viele US-amerikanische Firmen auf uns zu; wir fungieren als Bindeglied, denn die Kultur in den USA ist sehr anders als bei uns.“

… das Stadionerlebnis der Zukunft: „Viele Jugendliche wollen ein Live-Erlebnis, und ich hoffe, dass wir das in zehn Jahren auch noch haben werden. Die Budgets dafür gibt es, sie sinken nicht. Es wird weiterhin in die ‚Gänsehaut‘ investiert – trotz Digitalisierung und KI.“

Markus Klausmann, Director of Sales | Central Europe, Stats Perform, über …

… Daten als Storytelling-Tool: „Statistik klingt langweilig, aber Daten erzählen Geschichten und erschließen neue Geschäftsfelder. Wir haben über zweieinhalbtausend Mitarbeiter sowie viele Freelancer und Sportstudenten, die aus Daten Stories machen. Kauft unsere Daten, mischt sie mit Fakten und entwickelt daraus ein Produkt. Daten, Fakten und Emotionen ergeben Geschichten.“

… das Geschäftsmodell: „Wir mischen uns ins Politische nicht ein. Worüber wir uns nicht beschweren können, ist zu wenig Arbeit. Gemeinsam mit der FIFA wurde verkündet, dass wir der offizielle weltweite Vertriebspartner für Wettdaten und Streaming-Rechte für Wetten sind. Das hat uns geholfen, die Datenqualität, die hinter Opta steckt, auf eine neue Ebene zu heben. Wir haben im Portfolio die österreichische Bundesliga und vier von fünf Top-Ligen – außer Deutschland ist alles inkludiert.“

… Möglichkeiten von KI zur Datenaufbereitung: „Was man mittels KI aus den Daten ziehen kann, macht viel Spaß. Wir haben alle Weltmeisterdaten bis 1966 rückwirkend erfasst. Das heißt: Man kann beispielsweise Maradona mit Messi vergleichen – oder die xG-Werte von Eusebio mit jenen von Herbert Prohaska oder Toni Polster.“

… die Rolle der KI: „Jeder will wissen, was KI bedeutet, aber man weiß es noch nicht genau. Wir wandeln TV-Daten mit KI um. Eine KI ist aber nur so stark wie die Leute, die sie benutzen können. Gänsehaut in Kombination mit KI kommt dabei selten vor. Stats Perform umfasst bis hin zum Frauenfußball alles. So bringt man die Kinder ins Freie: Wenn man mit ihnen gemeinsam ein Fußballspiel schaut und am Smartphone gibt es zusätzliche Daten und Geschichten, bringt man das Beste aus zwei Welten zusammen. Die große Challenge wird sein, die ‚guten, alten Zeiten‘ mit den neuen Möglichkeiten in Einklang zu bringen.“

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