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DFL-Mitgliederversammlung: Weichenstellung für Verteilung der Medienrechte-Einnahmen

(c) GEPA pictures/ Witters/ Frank Peters

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Die Verteilung der Einnahmen aus den nationalen und internationalen Medienrechten der Deutschen Fußball-Liga (DFL) für den Zyklus 2025/26 bis 2028/29 steht vor einer entscheidenden Klärung.

Wie der Kicker berichtet, wird auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung (aoMV) am Donnerstag in Frankfurt/Main über die Verteilungsmodalitäten der 1,121 Milliarden Euro aus den nationalen Rechten sowie der rund 200 Millionen Euro aus internationalen Rechten beraten.

Aktuell erfolgt die Aufteilung der nationalen Erlöse zwischen Bundesliga und 2. Liga im Verhältnis 80:20. In der Bundesliga fließen 50 Prozent der Einnahmen gleichmäßig an alle 18 Klubs, 43 Prozent orientieren sich an sportlichen Ergebnissen der letzten fünf bis zehn Jahre, vier Prozent an der Förderung von Nachwuchstalenten und drei Prozent an der sogenannten Interessenssäule, basierend auf Reichweiten-Daten. Aus den internationalen Rechten profitieren Zweitligisten nur mit 2,65 Prozent direkt, erhalten aber Solidaritätszahlungen aus UEFA-Wettbewerben.

Einige Zweitligisten und kleinere Bundesligaklubs fordern eine Neugewichtung, unter anderem eine Erhöhung der Interessenssäule und eine stärkere Berücksichtigung von Abo-Abschlüssen, die den Klubs direkt zugerechnet werden können. Größere Vereine wie der FC Bayern lehnen dies jedoch ab. Finanzvorstand Dr. Michael Diederich erklärte, eine Vermischung der nationalen und internationalen Töpfe sei nicht akzeptabel, da sie die internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährden würde.

Vor allem der Vorstoß von Schalke 04 und weiterer Zweitligisten, die Diskussion auf einer aoMV zu führen, sorgt für Spannungen. Einige kleinere Klubs äußerten Bedenken, dass eine solche Debatte Reaktionen der größeren Vereine provozieren könnte. Der Hamburger SV plädierte für eine stärkere Gewichtung von Faktoren wie Abonnentenzahlen, während Bayern betonte, dass neue Medienformate wie Midweek-Interviews oder Vor-Ort-Interviews vor allem Topklubs zugutekommen und entsprechend honoriert werden sollten.

Die Diskussion könnte die ohnehin fragile Einheit zwischen den Ligen belasten. Bereits 2023 hatte das Scheitern eines geplanten Einstiegs eines Private-Equity-Fonds die Spannungen verschärft. Der FC Bayern hat Berichten zufolge sogar eine alleinige Vermarktung der Auslandsrechte prüfen lassen, was eine mögliche Drohkulisse darstellt.

Das DFL-Präsidium unter Vorsitz von Hans-Joachim Watzke wird letztlich den Verteilerschlüssel festlegen. Es bleibt abzuwarten, wie stark das Meinungsbild der 36 Klubs auf der aoMV die Präsidiumsdiskussion beeinflussen wird. Bis Ende Jänner soll eine Entscheidung fallen, damit die Klubs ihre Finanzpläne rechtzeitig vor der Lizenzierung (First: 15. März) für die kommende Saison abschließen können.

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