Euroleague Basketball hat Jesus „Chus“ Bueno zum neuen Chief Executive Officer ernannt. Die Entscheidung fiel im Zuge eines vorgezogenen Führungswechsels, bei dem die 13 Anteilseigner der Liga den bisherigen CEO Paulius Motiejunas abberufen haben.
Euroleague Basketball bestätigte am 30. Jänner die Bestellung von Jesus „Chus“ Bueno zum neuen CEO. Dem Wechsel ging laut einem Bericht der Sportbild ein Treffen der Anteilseigner in Barcelona voraus, bei dem Motiejunas vorzeitig abgewählt wurde. Der Litauer war seit 2022 im Amt, sein Vertrag war 2024 zwar um vier Jahre verlängert worden, enthielt jedoch eine Kündigungsklausel nach zwei Jahren. Von dieser machten die Klubvertreter nun Gebrauch.
Die Wahl von Bueno erfolgte einstimmig. Alle 13 Anteilseigner stimmten für den Spanier, darunter auch der FC Bayern München als einziger deutscher Vertreter. Der ebenfalls gehandelte Gegenkandidat Michael Ilgner erhielt keine Stimmen. Ausschlaggebend dürfte unter anderem gewesen sein, dass Ilgner keinen direkten Basketball-Hintergrund vorweisen kann, während Bueno auf rund drei Jahrzehnte Erfahrung im internationalen Basketball- und Sportmanagement zurückblickt.
Bueno folgt auf Paulius Motiejunas, dessen Amtszeit von tiefgreifenden strukturellen Veränderungen geprägt war. In diese Phase fallen unter anderem die Erweiterung der Euroleague auf 20 Klubs sowie die stärkere Öffnung in Richtung Mittlerer Osten, etwa durch die Aufnahme eines Teams aus Dubai und die Vergabe des Final Four 2025 nach Abu Dhabi. Gleichzeitig wuchs jedoch laut Sportbild intern die Kritik an seinem Führungsstil. Mehrere Klubvertreter störten sich an unpopulären Entscheidungen, zunehmender Bürokratisierung von Entscheidungsprozessen und am konfrontativen Kurs gegenüber externen Akteuren.
Besonders das Verhältnis zur NBA spielte dabei eine Rolle. Seit bekannt ist, dass die nordamerikanische Liga ab 2027 den Aufbau einer eigenen Europa-Liga prüft, steht die Euroleague unter erhöhtem strategischem Druck. Motiejunas wurde vorgeworfen, Gespräche mit der NBA konsequent abgeblockt und damit mögliche Kooperationsoptionen frühzeitig ausgeschlossen zu haben. Diese Haltung trug laut Beobachtern dazu bei, dass sich innerhalb der Gesellschafter ein Vertrauensverlust entwickelte.
Bueno bringt für diese neue Phase umfangreiche internationale Erfahrung mit. Nach seiner aktiven Karriere als Profi-Basketballer war er in leitenden Funktionen beim spanischen Basketballverband tätig und wechselte später zur National Basketball Association, wo er zwölf Jahre lang unter anderem für die Geschäftsentwicklung in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika verantwortlich war. Zuletzt leitete er bei Dazn den Aufbau und die strategische Entwicklung des Basketballbereichs.