Die besten Aussagen von Christoph Jochum, Beitragsgestalter bei Sky Sport Austria, im österreichischen Sportbusiness-Podcast KaffeehausTALK.
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Weitere InformationenChristoph Jochum über …
… seine Anfänge im Journalismus in der ersten Generation des Privatfernsehens bei Wien:
„Wir waren die erste Generation, die nicht durch die ORF-Schule gegangen ist. Das war großartig. Die ganz wilde Zeit (Anm.: des Privatfernsehens) habe ich verpasst, das war wenige Monate, bevor ich dazu kam. Es war alles total modern, die Möglichkeiten waren überragend. Das Team war cool, mit Routinierten Könnern wie Hans Besenböck und aufstrebenden Jungen. Ich war der Allerjüngste, gerade einmal 20 Jahre alt. Es war ein Glücksfall, weil wir Freiheiten hatten, die es beim ORF nie gegeben hätte. Die Bawag hat das mitfinanziert, aus heutiger Sicht ist das unglaublich. Es gab täglich eine Stunde Nachrichten aus Wien, frisch produziert von vier, fünf Kamerateams, die herumgelaufen sind. Am zweiten Tag hat man mich auch rausgeschickt und ich habe meinen ersten Beitrag gemacht. Das wäre beim ORF nicht passiert. Dann habe ich über Aktfotographie der 20er-Jahre berichtet. Das war die erste Geschichte. Die zweite Geschichte war, über eine verlegte Busspur zu berichten. Die Anrainer haben sich beschwert. Ich habe aus dem Bus, der von links nach rechts gefahren ist, und mit ein paar Interviews einen Dreiminüter gestaltet.“
… über Unterschiede zwischen Bands wie Papa Roach und Fußballern:
„Fußballer sind extrem pünktlich. Wenn 9 Uhr ausgemacht ist, ist er eine Minute vor neun da. Die Bands, die sind in einer Maschine drinnen. Die haben am Abend zuvor in Prag gespielt, waren die ganze Nacht im Bus, haben schlecht geschlafen und waren todmüde. Dann saßen sie in irgendeinem Hotelzimmer, und man hat ihnen einen Journalisten nach dem anderen vorgesetzt.“
… den Anfang des Pay-TV:
„Sie mussten innerhalb von zwei, drei Wochen die Redaktion zusammenstellen. Dieser Prozess war eine Revolution, dass die Rechte ins Pay-TV wandern, dass jedes Spiel übertragen wird, dass die 2. Liga übertragen wird. Auf einmal war das alles so riesig. Es muss ein Wahnsinn gewesen sein, die Redaktion aufzustellen. Ich habe mir dann einen Termin mit Wolfram Pirker ausgemacht.“
… die Zeit der Zampanos vor 20 Jahren und unangenehme Situationen:
„Wenn du mal zu Hannes Kartnig gefahren bist, das war zwei-, dreimal der Fall, da war man angespannter als normal. Aber es gab bei mir keine eigenartigen Situationen.“
… Storytelling:
„Am liebsten ist es mir, wenn man weiß, dass irgendwer etwas macht. Karic etwa kann Klavierspielen. Das ist ein Geschenk, wenn er auch noch bereit ist, es vor der Kamera zu tun. Das ist dann das allerbeste. Oder du weißt, dass nicht viel mehr als Trainingsgelände geht. Dort kann man auch ein neues Set entdecken – das geht spontan. Da musst du mehr inhaltlich arbeiten, als wenn sich die Story von selbst erklärt.“
… Filmen mit der Austria und seinen Stil einzusprechen:
„In der Austria-Kabine haben sie mich andauernd verarscht. Wenn Schlechtwetter war, sind sie rausgegangen und haben gesagt: ‚Dunkle Wolken über Wien-Favoriten‘. Meine Kinder hingegen interessieren sich nicht dafür. Sie spazieren maximal an einem Champions-League-Abend am Fernseher vorbei und sagen: Ah, das bist wieder du. Und wenn wir ein neues Gesellschaftsspiel spielen und ich kippe beim Vorlesen der Anleitung in den Duktus, verdrehen Frau und Töchter die Augen und sagen: Echt jetzt, mit deiner Beitragsstimme?“
… seine mit dem SMA-Preis ausgezeichnete U17-WM-Doku:
„Die Burschen sind grundsätzlich sehr smart. Das Projekt war sehr kurzfristig und wir mussten tatsächlich die Vereine extrem überzeugen. Der erste Reflex war, dass man die Burschen vor dem Hype schützen muss. Zum Glück konnten wir die Salzburger überzeugen, mit diesem Argument ist uns das auch bei der Austria gelungen, die vorher nicht wussten, ob sie das wollen. Dann haben sie darüber nachgedacht und es hat funktioniert. Mit den Burschen selbst hatten wir sehr viele Freiheiten und die sind auch wirklich cool, rhetorisch überdurchschnittlich, du kannst mit ihnen echt arbeiten. Eine Mama hat mich bei der Preisverleihung umarmt und gemeint: Das werden wir uns für alle Ewigkeiten immer ansehen. Das ist schön.“
… die Sturm-Doku:
„Es gab das hundertprozentige Commitment von Ilzer und Schicker. Ilzer hat dann am letzten Spieltag, als sie in der Pause nicht Meister waren, eine überragende Ansprache gehalten. Wir waren da mit zwei Kameras mitten drin. Der Chris meinte, dass wir schon Teil des Ganzen waren und er meinte, wenn er uns nicht reinlässt, würde das etwas mit der Mannschaft machen. Dass wir dabei waren, wundert mich immer noch.“
… die Rapid-Doku:
„Ich werde nicht müde, zu betonen: Mit Rapid war genau das vereinbart, was am Ende rauskam. Wir wollten den Club aus verschiedenen Perspektiven präsentieren und die aktuelle Saison sollte in den Hintergrund treten. Aber wenn du Fußball-Doku sagst, glaubt jeder, dass es ‚All or nothing‘ wird. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten. Jeder hat das Recht zu sagen, dass das, was Stermann und Ofczarek über Rapid erzählen, uninteressant ist und er das Gespräch sehen wollte, wie Katzer den Stöger rausgehauen hat. Das war aber nie ausgemacht. Und man musste sich darauf einstellen, dass sie eigentlich lange noch Meister hätten werden können.“
… snackable Content vs. klassisches Filmemachen:
„Ich hoffe, dass noch lange Zeit beides nebeneinander funktioniert. Ich denke auch, dass das der Fall ist. Du kannst die Kiteishvili-Pausenansprache auf Social Media ausspielen, parallel kann ich die lange Geschichte trotzdem erzählen. Der Clip bewirbt mir die Doku.“
… Maderner in der GAK-Krise:
„Wir sind hingefahren und wussten nicht, was passieren wird. Auf einmal öffnet er sich und erzählt, was die schwierige Situation wirklich mit ihm macht. Der muss dann lange gezeigt werden, die Musik muss langsam sein.“
… Karriere:
„Ich habe nicht das Ziel, in der Hierarchie weiter raufzusteigen. Im Gegenteil. Irgendwann erreichst du den Punkt, an dem du nicht mehr das machen kannst, was du eigentlich liebst und wegen dem du nach oben gespült wurdest. Ich würde niemals Macht, Einfluss und Chef-Sein gegen Gestalten tauschen. Das ist keine Plattitüde: Mir macht es heute noch immer so viel Spaß wie damals.“
Gäste aus nationalem und internationalem Sportbusiness
Der KaffeehausTALK ist eine abwechslungsreiche, informative Mischung aus Sport- und Business-Podcast. „In den einzelnen Episoden werden unterschiedliche Karrierewege im Sportbusiness aufgezeigt, Wissen vermittelt und vor allem durch persönliche, unterhaltsame Geschichten untermalt“, so die beiden KaffeehausTALK-Gründer Simon-Peter Charamza und Lorenz Kirchschlager. Gesprächspartner sind unterschiedliche Persönlichkeiten aus dem nationalen und internationalen Sportbusiness, mittlerweile moderieren auch sportsbusiness.at-Herausgeber und der Chefredakteur des Branchenmediums, Michael Fiala und Georg Sohler, die Talks.
Die inhaltlichen Themen haben zwar mit dem Namen KaffeehausTALK nicht direkt etwas zu tun, aber als Wiener schätzen Kirchschlager und Charamza, dass die Wiener Kaffeehauskultur zum Plaudern, Fachsimpeln und Genießen einlädt – eine Atmosphäre, die sie auch in ihrem Podcast schaffen. In gemeinsam knapp 30 Jahren bei Vereinen, Verbänden, Agenturen und führenden Medien Österreichs durften die beiden eine Vielzahl an Experten und interessanten Persönlichkeiten kennenlernen, die sie nun an den Kaffeehaustisch bitten, um mit den Hörern ihre Geschichten und Erfahrungen zu teilen.
Zu hören auf allen gängigen Podcast-Plattformen
Zu hören ist der KaffeehausTALK auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie z.B. Spotify und Apple Podcasts und auch auf der Webseite KaffeehausTALK.com. Hier haben die Hörer zusätzlich die Möglichkeit, einzelne Kapiteln und Themen nachzuhören, sowie den KaffeehausTALK-Newsletter zu abonnieren.