Eye-Able will das Internet barrierefreier machen. Dabei spielt der Sport - zufällig! - eine ganz entscheidende Rolle. Das Würzburger Unternehmen unterstützt mittlerweile Profi- und Breitensportvereine, um barrierefreieres Surfen zu ermöglichen. Auch Joshua Kimmich hat etwas damit zu tun. Eric Braun, Co-Founder der Web Inclusion GmbH und CFO bei Eye-Able, im sportsbusiness.at-Exklusiv-Interview.
++ sportsbusiness.at exklusiv von Georg Sohler ++
sportsbusiness.at: Wie kam Eye-Able zustande?
Eric Braun: Ein Unternehmen zu gründen? Das war nicht geplant, das kann man so sagen. Der beste Freund von unserem Mitgründer Oliver – seit Schulanfang! – hat eine genetisch bedingte Sehbehinderung. Oliver saß immer neben ihm und durfte ihm helfen, das hat bis zum Abitur gut funktioniert. Danach haben sich die Bildungswege getrennt: Oliver ging in den Bereich eCommerce, Lennart wollte Chemie studieren. Aber mit nur noch zehn Prozent restlicher Sehfähigkeit konnte er kaum das Online-Campus-Management-System bedienen oder Lernmaterialien bekommen, um selbst zu lernen. Wegen der wenigen Barrieren könne man kein System umstellen, so die Uni.
Umgekehrt hatte er auch keinen Anspruch auf Assistenztechnik durch die Krankenkasse. Am Ende brach er den Traum ab. Wir haben dann privat und weitere Folge für eine Abschlussarbeit gemeinsam mit 250 Menschen gesprochen, wie man Menschen mit Behinderung im digitalen Raum besser teilhaben lassen kann. Es geht letztlich nicht nur um jene mit Sehbehinderung, sondern auch ältere Menschen oder die, die nicht sonderlich internetaffin sind. Dank Förderungen des bayrischen Wirtschaftsministeriums entstanden daraus ein Produkt und die Firma.
sportsbusiness.at: Was brauchen Menschen mit Sehbehinderung im digitalen Raum? Wie kann ich mir das vorstellen?
Braun: Sehbehinderungen sind unglaublich komplex, sehr individuell und betreffen nicht nur blinde oder stark eingeschränkte Personen. Ein Beispiel: [...]